ÖGB: Immer weniger Mitglieder

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Während es in Österreich immer mehr Beschäftigte gibt, nimmt die Zahl der ÖGB-Mitglieder immer weiter ab. Waren 1981 noch 59,9 Prozent aller Beschäftigten beim ÖGB, sind es jetzt nur mehr knapp über 40 Prozent.

Die Schere zwischen der Anzahl der unselbstständig Erwerbstätigen und der ÖGB-Mitglieder ist in den letzten Jahren immer größer geworden. 1981 hatte der ÖGB mit 1,677.265 Mitglieder den
höchsten Organisationsgrad erreicht, damals hatte die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen noch 2,799.273 betragen. Bis 2004 war
die Zahl der ÖGB-Mitglieder auf 1,357.933 gesunken, jene der unselbstständig Erwerbstätigen aber auf 3,199.012 gestiegen.

Die ÖGB-Zahlen für 2005 liegen noch nicht vor – doch dürfte es zu einem weiteren Absinken des Mitgliederstands gekommen sein. Im
Durchschnitt hatte der ÖGB von 1997 bis 2004 knapp 140.000 Mitglieder verloren – das sind jährlich rund 20.000, womit das Ergebnis des
Vorjahres bei etwa 1,337.000 liegen dürfte. Dies würde bedeuten, dass der Organisationsgrad von 1981 bis 2005 um ein Drittel von 60 auf
rund 40 Prozent gesunken ist.

Nach dem Skandal um die dem ÖGB gehörende BAWAG hat in den letzten Wochen eine Austrittswelle aus dem Gewerkschaftsbund eingesetzt.
Viele ÖGB-Mitglieder nahmen der Gewerkschaftsspitze übel, dass im Jahr 2000 mit dem sagenumwobenen Streikfonds eine Ausfallhaftung für
die BAWAG gegeben wurde, und das ohne Wissen der Mitglieder. Diese Entwicklung wird sich aber erst in der Mitgliederzahl 2006 zeigen.

Was die unselbstständig Beschäftigten betrifft, ist die Steigerung in den vergangenen Jahren auch darauf zurückzuführen, dass es mehr
Teilzeitarbeitsplätze und einen wahren Boom bei den so genannten prekären Beschäftigtenverhältnissen gegeben hat. Und bei den ÖGB-Mitgliederdaten ist zu berücksichtigen, dass darin auch Arbeitslose enthalten sind, deren Anteil an der Gesamtzahl aber auf
maximal rund 10.000 geschätzt wird und daher prozentmäßig kaum ins Gewicht fällt. Rechnet man beispielsweise 2004 die Zahl der
Arbeitslosen von 243.880 zu den unselbstständig Beschäftigten dazu, ergäbe sich ein Arbeitskräftepotenzial (unselbstständig Beschäftigte
und Arbeitslose) von 3,442.892 und daraus folgend ein Organisationsgrad von nur mehr 39,4 statt 42,4 Prozent.

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