Offizieller Abschied von Wiens Panda Fu Long

Fu Long trainiert in Schönbrunn für die lange Reise
Fu Long trainiert in Schönbrunn für die lange Reise - © APA
Am Mittwoch ist es soweit: Der vor zwei Jahren in Wien geborene Panda Fu Long (“Glücklicher Drache”) wird die Reise in seine neue Heimat China antreten. “Es erfüllt uns alle mit Wehmut, dass der Kleine uns verlassen wird”, erklärte Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergartens Schönbrunn, am Donnerstag bei der offiziellen Abschiedspressekonferenz.

Die Geburt des putzigen Fellknäuels am 23. August 2007 wurde als Weltsensation gefeiert – “besonders, weil Fu Long als zweiter Panda überhaupt in Europa geboren ist und als einer von ganz, ganz wenigen durch natürliche Reproduktion entstanden ist”, sagte Schratter. Den Zuchterfolg führten die Direktorin und ihr Vorgänger, der nunmehrige WWF-Österreich-Präsident Helmut Pechlaner u. a. darauf zurück, dass man ein “sehr harmonisierendes” Pandapaar von China bekommen habe und auch auf die gute Haltung.

“Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich dem kleinen Panda kurz nach meinen Amtsantritt den Namen ‘Fu Long’ verliehen habe”, meinte der chinesische Botschafter Wu Ken. “In den vergangenen Jahren ist Fu Long von zehn Zentimetern zu einem kräftigen Jungen herangewachsen. Ich glaube, dass der Abschied allen, die ihn sehr liebhaben, schwerfällt – mir persönlich auch. China hat dann hier einen Botschafter weniger.”

Der Besucherliebling mit seiner weißen Pfote als besonderes Merkmal wird künftig in der Pandazucht- und Forschungsstation in Bifengxia – rund 150 Kilometer von Chengdu, der Hauptstadt von Sichuan, entfernt – leben. “Die Station wurde 2003 gegründet. Es gibt etwa 60 Pandas dort, große Reservate, ein Krankenhaus, Bambusplantagen”, beschrieb Schratter. “Im besten Fall wird er dort eine Gefährtin finden, wie es bei seinen Eltern der Fall war, und später selbst für Nachwuchs sorgen. Ich wünsche ihm, dass es ihm gut geht.”

Die Eltern des knuddeligen Fellknäuels bleiben übrigens noch bis zum Jahr 2013 in Wien: “Ich hoffe, dass die beiden dem Tiergarten in der nächsten Paarungszeit im Frühling neuen Nachwuchs bringen”, so Wu Ken. Tierarzt Thomas Voracek erklärte der APA, man erwarte tatsächlich, dass Fu Longs Mutter Yang Yang ohne ihren Sprössling im kommenden Frühjahr wieder begattungsbereit sein wird. Garantie für Nachwuchs gibt es aber natürlich nicht: “Schauen wir einmal, was daraus wird.”

Fu Longs Lebensweg sei seit seiner Geburt von tausenden Menschen mitverfolgt worden – aber auch nach seiner Reise nach China wolle man ihn nicht aus den Augen verlieren und weiter beobachten, erklärte die Tiergarten-Direktorin. Dies geschieht auch über Forschungsprojekte, die u. a. Voraussetzung für den Zoo sind, um die Großen Pandas halten zu dürfen. So werden z. B. chronobiologische Untersuchungen bei neugeborenen Pandas und Arbeiten über die akustische Kommunikation der Babys auch in China weitergeführt.

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