Österreichs Fußgänger fühlen sich gefährdet

Zahlreiche Fußgänger sind mit den Bedingungen zum Gehen unzufrieden
Zahlreiche Fußgänger sind mit den Bedingungen zum Gehen unzufrieden - © Bilderbox (Symbolbild)
Eine aktuelle VCÖ-Umfrage zeigt, dass jeder dritte österreichische Fußgänger mit den Bedingungen zum Gehen unzufrieden ist. Bemängelt wird unter anderem der Mangel an Gehwegen und die Gefährdung durch telefonierende Autofahrer.

Per pedes unterwegs zu sein, ist gesund und vor allem bei kurzen Wegen oft die beste Wahl. Die Kehrseite der Medaille: Jeder dritte Fußgänger in Österreich ist mit den Bedingungen zum Gehen unzufrieden, wie eine aktuelle VCÖ-Umfrage zeigt. Beklagt wird der Mangel an Gehwegen und an Abkürzungen.

Rasen im Ortsgebiet wird kritisiert

Bereits jeder Zweite ist durch telefonierende Autofahrer gefährdet worden, 70 Prozent sehen ein zu hohes Tempo des Autoverkehrs im Ortsgebiet als Problem. Der VCÖ forderte am Montag in einer Aussendung eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung.

Betroffen ist ein Großteil der Österreicher; Acht von zehn gehen im Alltag häufig zu Fuß. 1.500 davon hat der VCÖ nach ihrer Zufriedenheit mit den Bedingungen zum Gehen befragt. Die Umfrage zeigte, dass jeder dritte Fußgänger mit den Bedingungen zum Gehen im Wohnort unzufrieden ist. Immerhin 31 Prozent sagten, dass ihr Wohnort in den vergangenen Jahren fußgängerfreundlicher wurde. Jeder Fünfte stellte jedoch fest, dass sich die Bedingungen verschlechtert haben. Sogar 70 Prozent sehen die Bedürfnisse der Fußgänger durch die Verkehrsplanung zu wenig berücksichtigt.

Fußgänger-Bedürfnisse im Fokus

Konkret wurde ein Mangel an Gehwegen und an Abkürzungen für Fußgänger beklagt. “Gehwege sollten so breit sein, dass zwei Kinderwagen bequem aneinander vorbei kommen. Dieser Standard wird leider nur sehr selten erreicht. Viel häufiger noch fehlen überhaupt Gehwege. Vor allem entlang von Freilandstraßen sind im Bereich von Siedlungen fehlende Gehwege ein großes Problem”, betonte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. Zudem trat der VCÖ für fußgängerfreundliche Ampelschaltungen und barrierefreie Kreuzungen ein.

Die Umfrage zeigte laut VCÖ zudem, dass zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs und telefonierende Autofahrer von Fußgängern als Gefährdung erlebt werden. Sieben von zehn Fußgängern gaben an, dass zu hohes Tempo des Straßenverkehrs ein Problem ist. Zwei Drittel wollten daher mehr verkehrsberuhigte Zonen, 59 Prozent sprachen sich für mehr Verkehrskontrollen aus.

Telefonieren so gefährlich wie Alkohol

Bereits jeder zweite Fußgänger wurde durch telefonierende Autofahrer in eine gefährliche Situation gebracht. Der VCÖ betonte, dass telefonierende Autofahrer ähnlich langsam reagieren wie Alkolenker mit 0,8 Promille – und damit ebenfalls eine massive Gefährdung für Fußgänger darstellen.

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