Österreichischer Botschaftsmitarbeiter trug Identitären-Shirt in Israel

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Das T-Shirt stammt aus dem Online-Shop des Identitären Martin Sellner.
Das T-Shirt stammt aus dem Online-Shop des Identitären Martin Sellner. - © APA/ERWIN SCHERIAU
Botschaftsmitarbeiter Jürgen-Michael Kleppich habe kurz nach sienem Dienstantritt im Jänner ein Foto von sich gepostet, das ihn in einem T-Shirt aus dem Identitären-Shop zeigt. Das deckte kürzlich der “Falter” auf.

Kleppich ist auch FPÖ-Bezirksrat in Wien-Leopoldstadt und Mitglied der deutschnationalen Mittelschulverbindung Vandalia. Laut “Falter” hat Kleppich einige Monate zuvor ein Bild seines Großvaters in Nazi-Uniform mit Hakenkreuz gepostet. Als Ende Jänner der niederösterreichische FPÖ-Politiker Udo Landbauer wegen der Nazi-Liederbuchaffäre zurücktrat, kommentierte Kleppich das auf Facebook mit: “Das hast Du nicht verdient, Udo Landbauer.”

Leiberl aus Identitären-Shop

Damals war Kleppich bereits offizieller Vertreter Österreichs in Israel. Auf dem T-Shirt Kleppichs findet sich laut der Wochenzeitung eine Abkürzung des Spruchs “Ehre Freiheit Vaterland”. Das Leiberl stammt demnach aus dem Sortiment von “Phalanx Europa”, dem Onlinehandel des rechtsextremen Identitären Martin Sellner. Ebenfalls aus dem Shop dürfte ein grünes Leiberl mit der Aufschrift “Stand your Ground” (nicht von der Stelle weichen) stammen, das an die Schlacht bei Pavia 1525 erinnern soll.

Vorfall wird geprüft

“Wir kennen den Bericht nur aus den Medien. Zusätzliche Informationen haben wir nicht”, sagte die österreichische Botschaft in Tel Aviv zur APA auf Anfrage zu den Social-Media-Aktivitäten Kleppichs. “Wir werden die Vorwürfe rechtlich prüfen und allenfalls notwendige Schritte setzen”, sagte der Pressesprecher des österreichischen Außenministeriums, Thomas Schnöll.

Die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, forderte wegen der Vorfälle ein Einschreiten von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Diese müsse vom Koalitionspartner FPÖ Konsequenzen einfordern. “Österreichs internationales Ansehen steht auf dem Spiel”, meinte Schatz.

Kneissl zieht Mitarbeiter nach Wien ein

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat unterdessen die Weisung erteilt, Attache Kleppich “umgehend nach Wien einzuberufen, um die Umstände zu klären und die gegen ihn in den Medien erhobenen Vorwürfe einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen”. Das teilte Außenamtssprecher Thomas Schnöll am Dienstagabend der APA mit.

(APA/red)

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