Österreicher bei Energie umweltbewusster als Deutsche

Österreicher bei Energie umweltbewusster als Deutsche
Die Österreicher sind beim Thema Energie umweltbewusster als die Deutschen. Allerdings besteht bei den Österreichern noch viel Informationsbedarf. Das ergab der am Freitag von Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) vorgestellte Vergleich von Ergebnissen einer Umfrage der Linzer Meinungsforschungsinstitutes “market” mit jenen aus einer Umfrage in Deutschland.

Zwar wurden Ende Juni nur 501 Oberösterreicher telefonisch interviewt, die erhobenen Werte sind aber laut Institutsleiter Werner Beutelmeyer aufgrund von Erfahrungen in der Meinungsforschung mit geringen Abweichungen für ganz Österreich gültig.

Demnach sagten 71 Prozent der in Oberösterreich Befragten, es sei ihnen wichtig, dass die Energie, die sie nützen, die Umwelt schont. 63 Prozent erklärten, sie wollen keinen Tarif, der Atomenergie beinhaltet. In Deutschland lagen die entsprechenden Werte nur bei 54 Prozent beziehungsweise bei 27 Prozent. Dort vertraten 18 Prozent die Ansicht, Atomenergie sei nicht so schlecht wie ihr Ruf, in Oberösterreich konnten sich dem nur fünf Prozent anschließen. 60 Prozent der Oberösterreicher wären mehr oder weniger bereit, für Ökostrom einen Aufpreis im Ausmaß von zehn Prozent zu bezahlen. Beim Kauf von Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln schauen wesentlich mehr von den Oberösterreichern als von den Deutschen auf den Energieverbrauch.

Dagegen ist der Informationsbedarf in Oberösterreich deutlicher spürbar als im Nachbarland. Denn dort gaben mehr Befragte an, ihren Jahresstromverbrauch zu kennen, sich regelmäßig über Möglichkeiten zum Energiesparen zu informieren und den Stromzählerstand mehrmals im Jahr zu kontrollieren.

Gefragt wurde auch, wie groß denn das Energiesparpotenzial im Haushalt eingeschätzt werde. In Oberösterreich wurde es durchschnittlich mit 22,5 Prozent beziffert, in Deutschland mit 27,5 Prozent. Tatsächlich liegt es aber aufgrund von praktischen Erfahrungen aus bereits durchgeführten thermischen Sanierungen und Einsatz von energiesparenden Geräten bei 50 Prozent. Das würde eine Energiekosteneinsparung von 240 Mio. Euro pro Jahr allein in Oberösterreich bedeuten, rechnete Anschober vor.

Der Landesrat freut sich, dass die heimische Bevölkerung Energie sparen wolle und auf Klima und Umwelt achte. Das sei auch eine Ermutigung für die einschlägigen Produzenten. Ein wachsender Markt lasse zudem zusätzliche Ökojobs erwarten. Doch die Informationsarbeit – beispielsweise zuletzt 16.000 Energieberatungen pro Jahr – müsse noch weiter verstärkt werden. Vor allem junge Konsumenten seien laut Umfrage beim Thema Energie zu wenig sensitiv. Um sie anzusprechen müsse auch vermehrt in die von ihnen genützten Netzwerke gegangen werden, so Anschober.

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