Österreich will sich gegen Georgien mit Anstand aus der Affäre ziehen

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Das österreichische Nationalteam will sich gegen Georgien mit Anstand aus der Affäre ziehen.
Das österreichische Nationalteam will sich gegen Georgien mit Anstand aus der Affäre ziehen. - © APA/Robert Jäger
Nachdem der WM-Traum praktisch geplatzt ist, stehen für das ÖFB-Team in der Qualifikation noch drei Partien auf dem Programm. Der Anfang macht das Heimspiel gegen Georgien.

Das WM-Qualifikations-Heimspiel der österreichischen Nationalmannschaft am Dienstag (20:45 Uhr, live auf ORF eins) gegen Georgien steht im Schatten der ungeklärten Zukunft von Marcel Koller. Nachdem die realistische Chance auf eine Endrunden-Teilnahme verspielt wurde, rückt die Teamchef-Personalie in den Vordergrund – nicht gerade zur Freude des Schweizers.

Koller betonte am Montag, sich derzeit nicht über seine Vertragssituation Gedanken zu machen. Er habe sich nach dem 0:1 in Wales lediglich mit den Analysen des Cardiff-Spiels und der Georgier beschäftigt. “Es ist so, dass ich morgen Abend noch an der Linie stehen und dementsprechend alles für Österreich geben werde”, versprach der 56-Jährige.

Marcel Koller: Richtungsweisendes Gespräch mit dem ÖFB

Sollte in dieser Partie ein Sieg verpasst werden, wäre Kollers Amtszeit wohl nach knapp sechs Jahren vorbei. Im Falle eines Erfolgs scheint jedoch ein Verbleib zumindest für die abschließenden Matches am 6. Oktober in Wien gegen Serbien und am 9. Oktober in Chisinau gegen die Republik Moldau nicht unrealistisch, zumal Österreich in diesem Fall Punkte auf die aktuellen Top-2 Serbien und Irland aufgeholt hätte. Das Führungsduo trifft am Dienstag in Dublin aufeinander.

Prinzipiell ist nach dem Georgien-Match (Koller: “Aber nicht ein, zwei Tage nach dem Spiel”) ein klärendes Gespräch zwischen dem Teamchef sowie ÖFB-Präsident Leo Windtner und Willi Ruttensteiner geplant. Diese richtungsweisende Unterredung könnte sich verzögern, sollte die theoretische WM-Hoffnung auch nach Dienstag noch bestehen. “Wenn das so läuft, ist es kein Problem, das Gespräch auf nächsten Monat zu verschieben”, meinte Koller.

Einmal mehr bat der Schweizer im Zusammenhang mit der Entscheidung über seine Zukunft um Geduld. “Ich möchte nicht aus dem Bauch heraus entscheiden.” Außerdem sei auch offen, was der ÖFB wolle. “Aber ob ich einen neuen Vertrag bekomme oder ich überhaupt hierbleiben möchte, ist jetzt nicht das Thema.” Ein Thema könnte allerdings werden, dass die Nationalspieler offenbar gern mit Koller weiterarbeiten würden. “Das tut gut, dementsprechend werde ich das aufnehmen”, erklärte der Nationalcoach.

Österreich gegen Georgien: “Ein extrem wichtiges Spiel”

Viel lieber als über seine persönliche Zukunft sprach Koller über jene des ÖFB-Teams – und die liegt in der Dienstag-Partie gegen Georgien. “Das ist ein extrem wichtiges Spiel, wir können nicht nachlassen. Reich rechnerisch gibt es noch die Möglichkeit auf den zweiten Platz”, sagte der Teamchef.

Seine Truppe liegt derzeit als Vierter der Gruppe D drei Runden vor Schluss sieben Punkte hinter Serbien, fünf hinter Irland und drei hinter Wales. Den fünftplatzierten Georgiern fehlen vier Zähler auf Österreich. “Wir spielen gegen einen Gegner, der frech ist und gut Fußball spielen kann”, warnte Koller.

Koller fordert höchste Konzentration

Die Nummer 112 der FIFA-Weltrangliste (Österreich ist 37.) sei “allgemein unterschätzt”, meinte der Schweizer. “Sie haben ein spielerisch gutes Team und sind jetzt weiter in ihrer Entwicklung.”

Deshalb sei höchste Konzentration gefragt. “Es ist wichtig, dass wir hundertprozentig konzentriert sind und wissen, was auf uns zukommt, dass wir den Fokus haben, was zu tun ist. Die Georgier können einem Schmerzen bereiten”, sagte Koller auch mit Verweis auf die 1:1-Unentschieden des Underdogs in Wales und zuletzt am Samstag in Tiflis gegen Irland.

Im Duell mit Georgien sitzt der 56-Jährige zum 52. Mal auf der Betreuerbank, überholt damit Herbert Prohaska und ist hinter dem legendären Wunderteam-Coach Hugo Meisl jener österreichische Teamchef mit den meisten Länderspielen ohne Unterbrechung. “Das ist schon eine Auszeichnung. Ich weiß als Trainer, wie schnell es gehen kann”, sagte Koller, wohlwissend, dass dieses Spiel sein letztes beim ÖFB sein könnte.

(APA, Red.)

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