Österreich schickte über 2.500 Flüchtlinge nach Italien zurück

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Österreich sei eines der strengsten Länder bei der Rückführung.
Österreich sei eines der strengsten Länder bei der Rückführung. - © APA, DPA
Seit Jahresbeginn habe Österreich gemäß eines Medienberichts 2.549 Migranten nach Italien zurückgeschickt. Laut Innenministerium seien es noch mehr.

Österreich hat seit Beginn des Jahres insgesamt 2.932 Anträge auf Wiederaufnahme von Flüchtlingen an Italien gestellt. 2.549 Migranten kehrten auch tatsächlich wieder in das südliche Nachbarland zurück, wie die Tageszeitung La Stampa am Mittwoch berichtete.

Die österreichischen Behörden hingegen verfügen über andere Zahlen. Demnach seien 3.137 Personen (aus dem Amtsbereich der Landespolizeidirektion Tirol) nach Italien zurückgeschoben worden. In diesen Fällen erfolgte zuvor das Ersuchen an und die Zustimmung von Italien, hieß es auf Anfrage der APA.

La Stampa: Österreich eines der strengsten Länder

Bei derartigen Fällen handelt es sich um Personen, die unter die Regeln des bilateralen Vertrages zwischen Italien und Österreich fallen – und nicht um Fälle, die durch die sogenannte Dublin-Verordnung geregelt werden. Die Richtlinie sieht vor, dass jenes Land für die Flüchtlinge zuständig ist, wo sie erstmals europäischen Boden betreten. Stellen die Schutzsuchenden anderswo in Europa einen Asylantrag können sie von dort in das erste EU-Land zurückgeschoben werden. Darüber, wieviele Flüchtlinge auf Basis der Dublin-Verordnung von Österreich nach Italien zurückgeschoben wurden, hat das Innenministerium nach eigenen Angaben keine Daten.

Österreich zähle mit der Schweiz und Frankreich zu den europäischen Ländern, die am strengsten mit der Abschiebung von Migranten umgehen, schreibt “La Stampa”.

Zwischen dem 1. Jänner 2015 und dem 31. Juli habe Italien insgesamt 12.456 Migranten zurücknehmen müssen, die andere europäische Länder zurückgewiesen hatten. Insgesamt wurde den italienischen Behörden 16.305 Anträge auf Wiederaufnahme von Migranten eingereicht, einige wurden von Italien jedoch abgelehnt.

Italien: 18.000 Abschiebungen seit Jahresbeginn

In Frankreich wurden in diesem Jahr 11.202 Migranten identifiziert, die bereits italienischen Boden betreten hatten. Italien nahm jedoch lediglich 7.758 Menschen wieder auf. Ein Großteil der Flüchtlinge, die Italien wieder aufnehmen musste, stammt aus Eritrea, Sudan, Afghanistan, Tunesien und Pakistan.

Seit Jahresbeginn hat Italien 18.000 Migranten abgeschoben, weil sie kein Recht auf Flüchtlingsstatus haben. 8.497 wurden mit Charterflügen in die Heimat zurückgeführt.

Bis Ende dieser Woche wird Italien die Schwelle von 110.000 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten überschreiten. Laut La Stampa sind das bereits jetzt um zehn Prozent mehr als im gesamten Vorjahr.

(APA/Red.)

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