Österreich-Rundfahrt 2016: Tscheche Jan Hirt ist Gesamtsieger

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Jan Hirt (CZE, CCC Sprandi Polkowice, gelbes Trikot) ist Gesamtsieger der 68. Österreich-Radrundfahrt
Jan Hirt (CZE, CCC Sprandi Polkowice, gelbes Trikot) ist Gesamtsieger der 68. Österreich-Radrundfahrt - © APA/EXPA/JFK
Die 68. Österreich-Radrundfahrt hat Jan Hirt am Samstag als Gesamtsieger beendet. Der 25-jährige Tscheche hielt auf dem siebenten Abschnitt von Bad Tatzmannsdorf auf den Wiener Kahlenberg (180 km) die Rivalen in Schach und gewann vor dem Franzosen Guillaume Martin.

Jan Hirt hat bei der am Samstag beendeten 68. Österreich-Tour seinen ersten Sieg in einer Rad-Rundfahrt gefeiert. Der Gewinner der Glockner-Etappe zur Edelweißspitze behauptete das Gelbe Trikot auf dem 7. und letzten Abschnitt von Bad Tatzmannsdorf auf den Wiener Kahlenberg (180 km) souverän und hatte nach 1.285 Kilometern 1:17 Minuten Vorsprung auf den Franzosen Guillaume Martin.

Hirt Gesamtsieger, Pernsteiner als Sechster

Bester ÖRV-Fahrer in der Gesamtwertung war Hermann Pernsteiner als Sechster. Der Mountainbiker brachte auf den langen Anstiegen der Glocknerstraße und auf den Dobratsch seine Qualitäten bestens zur Geltung und lag nach seinem erst zweiten Etappenrennen auf der Straße nur 2:21 Minuten hinter dem ebenfalls 25-jährigen Hirt.”Mit so einer Platzierung hätte ich nie gerechnet”, sagte Pernsteiner, der nur als Ersatzmann ins Langenloiser Amplatz-Team gerutscht war. “Ich bin super zufrieden, ich werde einige Tage brauchen, um das zu realisieren.” Seine Vorstellung auf der Kletter-Tour mit insgesamt 16.000 Höhenmetern könnte dem Kirchschlager Türen im Straßenrennsport öffnen.

“Wenn ich ein gutes Angebot bekomme, werde ich auf die Straße wechseln”, kündigte der “Aufsteiger” an. Pernsteiner war die Entdeckung der Tour. “Ich hoffe, dass ich mich noch weiterentwickeln kann.” Er ist erst seit der Absolvierung eines Sportmanagement-Studiums (FH Wr. Neustadt) vor einem Jahr Mountainbike-Profi.

Eibegger verpasste am Schlusstag Etappensieg erneut knapp

Sieger Hirt konnte gar nicht glauben, dass Pernsteiner erst sein zweites Etappenrennen auf der Straße bestritt. Vorerst fährt der Zwölfte der jüngsten MTB-Marathon-WM aber weiter Mountainbike-Rennen für sein Centurion-Team, zunächst das Transalp.

Routinier Markus Eibegger versuchte auf dem letzten Teilstück, Pernsteiner das Trikot des besten Österreichers noch abzujagen. Sein Welser Felbermayr-Team probierte bei starkem Seitenwind, das Feld zu teilen, der 31-jährige Steirer attackierte im 4,3 Kilometer langen Schlussanstieg selbst mehrfach.

Doch wie auf dem Sonntagberg verpasste Eibegger seinen ersten Etappensieg in der Heimat als erneut Zweiter knapp, diesmal um neun Sekunden. “Ich habe alles probiert, aber das Team Wanty und Backaert waren zu stark”, meinte der Wahl-Oberösterreicher. Eibegger verbesserte sich dank des Bonus in der Gesamtwertung noch auf den siebenten Rang, eine Minute hinter Pernsteiner. Der Tiroler Clemens Fankhauser (Tirol Cycling) wurde am Schlusstag Fünfter und als drittbester Österreicher Gesamt-13. (+6:10 Min.).

Österreich-Rundfahrt 2016: “Es gab starken Wind und viel Stress”

Hirt war mit einem 85. Platz (+16 Sekunden) im kurzen Berg-Prolog auf dem Kitzbüheler Horn gestartet, hinauf zur Edelweißspitze (2.554 m) vermochte aber keiner der Konkurrenten mit dem Profi des polnischen CCC-Teams mitzuhalten. Das dort eroberte Gelbe Trikot ließ sich Hirt auch auf dem Dobratsch nicht mehr nehmen. Oberhalb von Wien stand der Vorjahres-Dritte am Ende ganz oben auf dem Podest., als zweiter tschechischer Gesamtsieger der Ö-Tour, 25 Jahre nach Roman Kreuziger.

“Der letzte Tag war härter als erwartet, es gab starken Wind und viel Stress, denn der Schlussanstieg war nicht einfach. Der Sieg war nicht für mich, sondern für das Team. Ich bin sehr glücklich”, meinte Hirt. Sein Ziel sei es, irgendwann eine große Tour (Tour de France, Giro, Vuelta) zu bestreiten.

Tagessieger Backaert widmete den Sieg seinem Ende März bei einem Rennunfall ums Leben gekommenen Landsmann und Teamkollegen Antoine Demoitie. Anstiege wie der auf den Kahlenberg liegen ihm besonders gut, meinte der 26-jährige Backaert. “Und als sie mir gesagt haben, dass es da Kopfsteinpflaster gibt, habe ich gewusst, ich kann gewinnen.”

(apa/red)

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