ÖEHV-Team kassiert Niederlage im zweiten Test gegen Schweden

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v.l. Fabio Hofer (AUT) und Oscar Fantenberg (SWE)
v.l. Fabio Hofer (AUT) und Oscar Fantenberg (SWE) - © EXPA/Thomas Haumer
Zwei Wochen vor Beginn der B-WM in Kiew hat sich Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft Selbstvertrauen für den Kampf um den Aufstieg geholt. Die ÖEHV-Auswahl musste sich am Donnerstag in Wien Schweden mit 3:4 (1:1,0:2,2:1) geschlagen geben. Nur 49 Sekunden fehlten auf ein Remis.

Teamchef Roger Bader setzte im zweiten Test gegen die Schweden sechs neue Spieler ein, darunter Torhüter Bernhard Starkbaum und Lugano-Verteidiger Stefan Ulmer. Kapitän Thomas Raffl wurde kurzfristig wegen einer leichten Zerrung geschont, für ihn stürmte Florian Baltram in der ersten Linie.

ÖEHV-Team verlor zweiten Test gegen Schweden 3:4

Nach dem 2:6 vom Vortag waren die Österreicher auf das schnelle Spiel der Top-Nation besser vorbereitet. In den ersten fünf Minuten hielten sie ausgezeichnet dagegen und gingen sogar in Führung. Erik Kirchschläger traf im Powerplay (5.).

Danach entwickelte sich zwei Drittel lang das Spiel aber schnell wieder wie erwartet. Der neunfache Weltmeister machte Druck, während die Heimischen nur noch sporadisch vor das gegnerische Tor kamen. Andre Petersson (15.) nach Scheibenverlust von Layne Viveiros vor dem eigenen Tor, Dennis Everberg im Powerplay (23.) und Richard Gynge (26.) schossen die Schweden zu einer 3:1-Führung nach dem zweiten Drittel.

49 Sekunden fehlten auf Remis

Doch im Finish fighteten die Österreicher zurück. Brian Lebler verkürzte auf 2:3 (57.), womit die Spieler der Black Wings Linz vier Tore gegen die Skandinavier erzielten. Zwei Minuten vor der Schlusssirene gelang Alexander Rauchenwald sogar das 3:3, womit der erste Punkt gegen Schweden seit genau 70 Jahren in Griffweite war. Doch Pär Lindholm schoss den Favoriten in der Schlussminute noch zum Sieg.

Nach einem letzten freien Wochenende geht es für das Team ab Montag mit dem nächsten Trainingslager in Tirol und Südtirol weiter. Dort stehen am 16. April (18.00) in Neumarkt in Südtirol und am 17. April (16.00) in Innsbruck jeweils gegen Italien auch die letzten zwei Vorbereitungsspiele auf dem Programm, ehe es zur B-WM in Kiew (22. – 28. April) geht.

Ärger und Stolz bei ÖEHV-Team nach verpasster Sensation

Seit der WM 1947 in Prag (2:1) hat Österreichs Eishockey-Nationalteam gegen Schweden stets verloren. Am Mittwoch fehlten aber nur 49 Sekunden auf eine Sensation. Die ÖEHV-Auswahl musste sich in Wien mit 3:4 geschlagen geben, tankte dennoch viel Selbstvertrauen für die WM.

Die zwei Testspiele gegen Schweden am Mittwoch in Linz (2:6) und Wien sollten das erste Spiel bei der B-WM in Kiew gegen Kasachstan simulieren. Sie haben den Zweck erfüllt. “Wir haben sechs Perioden gegen eine Mannschaft gespielt, die uns überlegen ist. Wir haben von Periode zu Periode besser mitgehalten vom Tempo und der Intensität. Das macht mich zufrieden”, erklärte Teamchef Roger Bader. “Man profitiert von solchen Spielen. Am Anfang ist man vielleicht überfordert und wird überrannt, aber man lernt die richtigen Angewohnheiten”.

“Man muss Starkbaum gratulieren”

Dank Brian Lebler (57.) und Alexander Rauchenwald (59.) war im Finish der 3:3-Ausgleich gelungen, doch 49 Sekunden vor Schluss schlugen die Schweden noch einmal zu. Der Dank gilt dennoch auch Torhüter Bernhard Starkbaum. “Man muss Starkbaum gratulieren, er hat eine super Partie gespielt, deshalb haben wir mithalten dürfen. Aber eine Niederlage ist eine Niederlage”, meinte Verteidiger Stefan Ulmer. “Wir wollten die schlagen. Es war das Ziel von jedem Spieler, dass man so ein Spiel einmal gewinnt und nicht nur mitspielt. Deshalb ärgert es umso mehr”, sagte Ersatz-Kapitän Markus Schlacher.

Der Teilerfolg gelang mit einer junge Truppe (Durchschnittsalter 24,4 Jahre) und drei aktuellen U20-Spielern. Gerd Kragl (Black Wings Linz) war einer von ihnen. “Er hat zweimal gegen Schweden gespielt und heuer kein EBEL-Spiel gemacht und spielt, wie wenn er schon fünf Jahre im Nationalteam wäre. Für mich ist das eine Riesenfreude”, hob Bader den 19-jährigen Verteidiger hervor und merkte an, dass von den zwölf Stürmern nur einer (Lebler) auch beim Olympia-Qualifikationsturnier dabei gewesen war.

Werden Schweden-Legionäre kommen?

Das hängt aber auch mit den Ausfällen zusammen. Nach Torhüter Mathias Lange und Rafael Rotter, die abgesagt haben, sowie den Verletzten Andreas Kristler, Raphael Herburger und Mario Altmann werden nun auch Manuel und Stefan Geier sowie Bernd Wolf fehlen. Die Geier-Zwillinge, die mit dem KAC noch im EBEL-Finale engagiert sind, haben für die WM wegen Blessuren abgesagt. Wolf spielt mit Langenthal um den Aufstieg in die erste Schweizer Liga.

Zudem ist offen, ob die Schweden-Legionäre Konstantin Komarek und Lukas Haudum kommen, die mit Malmö im Halbfinale stehen. Bader hofft, dass auch die Leistenverletzung von Kapitän Thomas Raffl, die er sich beim Aufwärmen am Donnerstag zugezogen hat, nicht schlimm ist. Läuft alles nach Plan, würden von Malmö sowie den zwei EBEL-Finalisten KAC und Vienna Capitals acht bis zehn Spieler noch zum Team stoßen.

“Wenn du eine EURO hast, hast du deinen Kader “

Bader ist aber vorsichtig und erzählte vom Flug nach Wien, bei dem er neben seinem Schweizer Landsmann und österreichischen Fußball-Teamchef Marcel Koller saß. “Ich habe gesagt, das ist der Unterschied: Wenn du eine EURO hast, hast du deinen Kader und kannst trainieren und dann gehst du zur EURO. Bei meiner Vorbereitung läuft das Play-off und jeden Tag kann einer ausfallen. Ich kann noch nicht sagen, wie das WM-Team ausschaut”,erklärte der 52-Jährige.

Bader versammelt die Mannschaft ab Montag in Innsbruck wieder. Am 16. April (18.00) in Neumarkt in Südtirol und am 17. April (16.00) in Innsbruck stehen jeweils gegen Italien die letzten zwei Vorbereitungsspiele auf dem Programm, ehe es zur B-WM (22. – 28. April) nach Kiew geht.

(apa/red)

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