26. September 2012 17:57; Akt.: 26.09.2012 18:01

ÖBB-Inserate zu schwarzen und roten Ehren

Die ÖBB und ihr Inseratewesen bleiben im Mittelpunkt des innenpolitischen Interesses. War bisher das Wirken der Bahn unter Infrastrukturminister Faymann der Aufreger, berichtete das Magazin “News” am Mittwoch von einer Inserateschaltung zum 60. Geburtstag des damaligen ÖVP-Chefs Schüssel, die der Bahn gesamt über 17.000 Euro gekostet habe.

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Staatssekretär Lopatka, zu dieser Zeit Generalsekretär der ÖVP, bestätigt der APA den Vorgang, hat aber ein reines Gewissen – das wohl umso mehr, als im gleichen Jahr auch die SPÖ anlässlich ihres 60ers mit einem ÖBB-Inserat geehrt wurde. Die Volkspartei hatte im Jahr 2005 anlässlich der Feierlichkeiten zum 60er des damaligen Kanzlers Schüssel eine Festbroschüre auflegen lassen. Wie Lopatka ausführte, habe er dutzende Unternehmen mit der Bitte angeschrieben, sich mit einem Inserat zu beteiligen.

Die Bahn erfüllte den Wunsch des Generalsekretärs und ließ sich ihr Inserat “Bahn wirkt” 17.023,70 Euro kosten. Freilich waren die ÖBB bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das sich in der Festschrift verewigte. Von Gösser über Verbund bis hin zu Casinos Austria und Lotterien geht die Palette der Einschaltungen – und auch die BAWAG, damals noch Gewerkschaftsbank, inserierte, wie Lopatka besonders hervorhob.

Die ÖVP sieht in der Aktion ihres vormaligen Generalsekretärs nichts Verwerfliches. Eine Einschaltung in einer Festbroschüre sei auch keine Geheimaktion sondern zu 100 Prozent transparent.

Die SPÖ forderte umgehend Klarstellung. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter erklärte zudem, dass seine Bundespartei von den ÖBB kein Sponsoring erhalten habe – jedoch genau wie die ÖVP ein Inserat in einer Festschrift, nämlich zum 60. Geburtstag der Partei 2005. Dieses sei allerdings “keinesfalls” unter Sponsoring gefallen, betonte Kräuter. Denn aufgrund der Großauflage von 250.000 Stück sei der Werbewert für die ÖBB “eindeutig gegeben” gewesen.

Kräuter lieferte auch noch die Kosten nach. Gezahlt werden mussten von den Bundesbahnen seinen Angaben zufolge 12.000 Euro. Damit läge das rote Inserat vom Tarif her ein wenig unter dem ÖBB-Inserat in der ÖVP-Schrift, für das direkt rund 15.700 Euro bezahlt wurden.



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