ÖBB-Caterer Henry am Zug: Zuordnung zu richtigem Fachverband wird geprüft

Weiter geht die Kontroverse um Henry am Zug
Weiter geht die Kontroverse um Henry am Zug - © APA (Sujet)
Weiterhin kein klares Ergebnis: Vertreter von Wirtschaftskammer (Fachverband Hotellerie/Gastronomie), Gewerkschaft vida und Do&Co-Tochter Henry am Zug haben am Mittwoch wieder über die Entlohnung für das Catering in den ÖBB gesprochen.

Eine Einigung gab es zwar nicht, die Wirtschaftskammer prüfe nun aber, ob nicht der Fachverband Schienenbahnen zuständig ist, hieß es nach dem Gespräch aus der vida zur APA.

Zuständigkeit wird geprüft

“Wir warten auf eine Antwort, wie die Zuständigkeit jetzt ist”, so Gewerkschafter Berend Tusch. Zuletzt hätten sich ÖBB-Chef Christian Kern und WKÖ-Chef Christoph Leitl in die Gespräche eingeschaltet und auch mit Attila Dogudan gesprochen, der selber dem heutigen Gespräch fernblieb. Kern hat insbesondere den Fachverband Schienenbahnen als zuständig vorgeschlagen. Die Einmischung von oben habe für Verwirrung gesorgt, meint Tusch, der aber hofft, dass es eine Lösung gibt, die rechtskonform ist und zu einer fairen Bezahlung führt. “Arbeiten wie ein Eisenbahner oder Pilot aber bezahlt werden wie im Hotel – das wird es nicht spielen”.

Im Kollektivvertrag des Fachverbandes Gastronomie sind Arbeitszeiten über 12 Stunden, wie sei bei der Arbeit im Zug anfallen, nicht abzudecken. Im KV der Schienenbahnen sind hingegen Ausgleichsregeln und Zuschläge mit Geld oder Ruhezeiten für so lange Arbeit vorgesehen. Eine Lösung solle Arbeitsplätze sichern, aber nicht “Arbeiten bis zum Umfallen legitimieren”, umreißt Tusch das Ziel.

Einigung für Henry am Zug gesucht

Wobei die vida am liebsten eine generelle Lösung für verschiedene Tätigkeitsfelder des Dogudan-Caterings hätte, denn auch mit den fliegenden Köchen gibt es Probleme, da diese zwar die langen Arbeitszeiten des fliegenden Personals aber nur die niedrigen Löhne der Gastronomie haben. Für eine Gesamtlösung müssten aber mehrere Fachverbände zusammenarbeiten. Suche man nur eine Einigung für Henry am Zug, dann gehe es wohl in Richtung Schienenbahnen, erwartet Tusch.

Nachfolgetermin ist derzeit nicht vereinbart, die Gewerkschaft wartet auf eine Entscheidung der WKÖ. Dann werde man sehen, wer überhaupt für weitere Verhandlungen zuständig ist. Alle seien aber an einer raschen Lösung interessiert – auch im Sinne der bevorstehenden Neuausschreibung des Auftrags, der bevorsteht.

Vorwürfe der Gewerkschaft wegen Arbeitsrecht-Verletzungen

Anfang April 2012 hat die Do&Co-Tochter “Henry am Zug” das Catering in den ÖBB-Zügen zusammen mit den Mitarbeitern der Vorgängerfirma e-express übernommen. Seither gibt es regelmäßig Vorwürfe der Gewerkschaft, dass das Arbeitsrecht verletzt werde. Im März hat Henry am Zug den Cateringvertrag einseitig und vorzeitig gekündigt, hat aber die Versorgung der ÖBB-Fahrgäste bis Jahresende zugesagt. Der Catering-Vertrag ist europaweit neu ausgeschrieben worden.

>>ÖBB-Caterer: Arbeiterkammer klagt für Mitarbeiter der Do&Co-Tochter Henry am Zug

(apa/red)

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