Obertauern: 14-Jährige starb im Spital

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Die 14 Jahre alte Lisa-Maria aus Wien hat das Lawinenunglück in Obertauern nicht überlebt. Sie starb gegen 17.00 Uhr in den Landeskliniken in Salzburg, wie deren Sprecherin Mick Weinberger der APA mitteilte.

Von einem Lawinenunglück wurde am Freitag für eine Wiener Schulklasse der Skikurs im Salzburger Obertauern überschattet. Gegen Mittag ging ein Schneebrett nieder und begrub sieben Menschen – zwei Begleitpersonen und fünf Schüler – unter sich. Alle konnten lebend geborgen werden. Ein 14-jähriges Mädchen, das über drei Stunden im Schnee gelegen war, starb kurz nach der Einlieferung im Spital.

Die Gruppe des Realgymnasiums bestand aus 16 Personen, die gegen 12.00 Uhr vom Zehnerkar abfuhren. Plötzlich löste sich die Nassschneelawine und verschüttete eine Lehrerin, eine Schulärztin und fünf Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren. Der Lawinenkegel war bis zu 100 Meter breit, die Schneemassen türmten sich bis zu sechs Meter hoch, so die Polizei.

Sechs Verschüttete konnten von den rund 135 Helfern von Bergrettung, Bundesheer und Alpinpolizei relativ rasch geborgen werden. Sie wurden von einem Arzt vor Ort behandelt und dann in Spitäler gebracht. Über den genauen Verletzungsgrad lagen am Nachmittag keine genauen Angaben vor, laut ORF dürften die beiden Erwachsenen und ein Schüler schwer verletzt worden sein, die anderen Jugendlichen leicht.

Nach fast dreieinhalb Stunden konnten die Helfer schließlich auch das letzte vermisste Opfer, die 14 Jahre alte Lisa-Maria, mit der Sonde orten und aus etwa drei bis vier Metern Tiefe bergen. Das Mädchen hatte nur mehr eine Körpertemperatur von rund 15 Grad, war ansonsten aber unverletzt, wie der Arzt sagte. Lisa-Maria wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Landeskliniken nach Salzburg gebracht, wo sie gegen 17.00 Uhr verstarb, wie Landeskliniken-Sprecherin Mick Weinberger der APA sagte.

Zwei Notfallpsychologen des Roten Kreuzes betreuten die unversehrt gebliebenen Schulkameraden im Ferienquartier der Klasse. Sie waren zum Teil schwer geschockt.

Unklar war am späteren Freitagnachmittag noch, ob sich das Unglück auf einer gesicherten Piste befunden hat oder nicht, die Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Die Lawine war auf einen Verbindungsweg zwischen dem Zehnerkar und der Gamsleitenspitze abgegangen. Ob dieser wegen Lawinengefahr gesperrt war oder nicht, stand nicht eindeutig fest, auf jeden Fall waren außer der Schülergruppe auch andere Skiläufer dort unterwegs.

Kurz nach Ende der Suchaktion schrammten die Hilfsmannschaften knapp an einer noch größeren Katastrophe vorbei. Genau auf den Lawinenkegel ging eine noch größere Lawine ab. “15 Minuten vorher sind wir hier abgezogen, sonst wäre es ein Wahnsinn gewesen“, schilderte Hannes Höll.

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