Nofler Daniel Meier arbeitet an seinem Comeback

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Nofler Daniel Meier arbeitet an seinem Comeback
© Privat
FELDKIRCH. Der Nofler Daniel Meier verletzte sich Anfang September in Coronet Peak in Neuseeland und arbeitet seitdem sehr intensiv bei uns im Olympiazentrum Vorarlberg an seiner Reha.

Vor allem mit seinem Physiotherapeuten Martin ‚Hämse‘ Hämmerle. Wie die Logistik bei einer Verletzung in Übersee abläuft, wie genau sich die Therapie dann gestaltet und was das ‚Team Daniel-Hämse‘ ausmacht, haben sie uns in einem Interview erzählt.

Daniel, was genau hast du für eine Verletzung? Wie genau ist das passiert?

Daniel: Ich habe mich beim Riesentorlauf im September in Neuseeland verletzt. Dabei bin ich nicht mal gestürzt. Im Schwung erwischte ich eine Bodenwelle und merkte eigentlich gleich, dass im Kniebereich etwas gerissen ist. Der ÖSV hatte einen Unfallchirurgen im Team vor Ort, der nach den Tests, die gleich anschließend gemacht wurden, einen Kreuzbandriss diagnostizierte. Für die genaueren Untersuchungen bei heimischen Ärzten habe ich dann gleich die Heimreise angetreten. Der ÖSV organisierte über die Airambulanz einen Businessclass-Flug. Das war wichtig, weil ich während des Fluges mein Bein hochlagern konnte damit keine Schwellung im Knie entsteht und somit gleich operiert werden konnte. Das passierte dann auch sofort nachdem ich angekommen war – bei Dr. Fink in Hochrum.

 

Martin, wann bist du bzw. das Team des Olympiazentrum Vorarlberg ins Spiel gekommen?

Martin: Erstmal konnten wir logischerweise nicht wirklich viel Einfluss auf das Ganze nehmen, da Daniel in Neuseeland war. Aber er hat sich sofort mit uns in Kontakt gesetzt und wir konnten schon einige Sofortmaßnahmen setzen. Wie z.B. Verhaltensweisen und Supplementationen die stress- und entzündungshemmend wirken und Schwellungen besser regulieren. Es gibt ernährungstechnische Maßnahmen, die man in dieser Situation sofort anwenden kann (OMEGA 3, Vitamin D-Zufuhr) um sich auf die Operation vorzubereiten etc. Martin Rinderer, Marc Sohm und ich haben Daniel zu dem Zeitpunkt mit diesen Infos versorgt.

 

Der Rücktransport und die Operation verliefen sehr gut – danach haben wir dann aktiv übernommen. Anfangs ging es um die ‚Wund- bzw. Grundbetreuung‘. Wir haben mit Lymphdrainagen und einer minimalen Mobilisation angefangen (Bea Kresser). Jetzt, nach 3-4 Wochen, sind wir bereits so weit, dass das Knie ruhig ist, sehr wenig Stressreaktion zeigt, die Narbenheilung sehr gut funktioniert und wir den Bewegungsumfang aufbauen – mit passiver Mobilisation und parallel auch schon mit einfachen Übungen im Kraftraum. Wir sind in einem täglichen Therapiebetrieb. Mehrmals in der Woche passive und auch aktive Therapie. Gleichzeitig hat er einen Trainingsplan, bei dem Oberkörper und Rumpf trainiert werden und auch Wassertherapie gemacht wird, um den Körper zu durchbluten und in Schwung zu halten.

 

Team Daniel-Hämse – was zeichnet euch aus?

Martin: Daniel und ich, wir kennen uns schon sehr gut! Wir können von einer enorm hohen Compliance reden – ein hohes Mitdenken, Mitspüren und Mitfühlen aber auch Mitgestalten der Übungen durch Daniel. Auch sein Feedback ist für mich enorm wertvoll.

 

Daniel: Es ist sehr einfach mit Hämse zusammen zu arbeiten, weil wir genau wissen, wer was will und um was es geht. Wir müssen das nicht erst besprechen oder viel herumreden. Bei uns herrscht eine lockere, nicht zwanghafte Atmosphäre. Wir sind sensationell aufeinander abgestimmt. Er lässt mir viel Freiraum, was mir sehr wichtig ist. Es ist lässig so zu trainieren.

 

Martin: Auch das Vertrauen ist da. Wir bissen beide, wie wir ticken. Er vertraut mir wenn ich sage ‚Daniel trau dich‘, aber respektiert auch ein ‚Nein‘, weil er weiß, dass es einen Grund gibt, warum ich ihn nicht schone aber gleichzeitig auch manche Grenzen setze. Weiters zeichnet sich unsere Zusammenarbeit dadurch aus, dass wir nicht alles anhand eines fixen Plans festnageln. Wir telefonieren zusätzlich mehrmals in der Woche und bleiben etwas flexibel – das ermöglicht eine Zusammenarbeit auf noch professionellerem Niveau. Wir haben einen dicken roten Faden, der sich durch unsere Arbeit zieht – aber mit dem nötigen Spielraum.

 

Daniel: Genau dieses Arbeiten brauche ich. Hämse ist ein super Typ

 

Was sind die nächsten Zwischenziele?

Martin: Es geht jetzt darum die erste anfängliche Wundheilungsphase ruhig zu überstehen und parallel zu schauen, dass der Bewegungsumfang so zunimmt, dass wir die nächsten Schritte machen können: Ein normales Gehmuster aufzubauen um dann ein durch neue, verschieden Trainingsinhalte auch das sportliche „Wohlbefinden“ wieder zu erlangen. VN-TK

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