NÖ: Ein Löwe im Wirtshaus – als Lockvogel und Rausschmeißer

In Brand-Nagelberg in Niederösterreich lebte ein Löwe in einem Gasthaus.
In Brand-Nagelberg in Niederösterreich lebte ein Löwe in einem Gasthaus. - © Pixabay.com (Sujet)
Schon früher eine Sensation – heute nicht mehr vorstellbar: Im niederösterreichischen Ort Brand wurde ein Löwe in einem Wirtshaus gehalten. Der wurde nicht nur eingesetzt, um die Kundschaft anzulocken, sondern auch um sie zur Sperrstunde wieder loszuwerden, berichtet ein Zeitzeuge.

Das Gasthaus Schütz ist jedem Einwohner der niederösterreichischen Marktgemeinde Brand-Nagelberg bekannt – was die Jüngeren allerdings nur noch aus Erzählungen wissen: Das Wirtshaus war einmal das Zuhause eines Löwen. Von 1966 bis 1970 lebte das Raubtier im damaligen Gasthaus Brodesser. Neben der heutigen Bar befand sich auf der Rückseite des Wirtshauses der Löwenkäfig, der sowohl von innen als auch von außen zu sehen war, beschreibt Kurt Einzinger in seinem “Panoptikum“.

Wenn der Löwe zur Sperrstund’ kam

Rudolf Rodinger aus Alt-Nagelberg war der Dompteur und Pfleger der Raubkatze, die gerne als Attraktion eingesetzt wurde, um Besucher anzulocken. Aber auch um die Kundschaft zur Sperrstunde wieder loszuwerden, kam der Löwe zum Einsatz. “Wenn die Leute zur Sperrstunde nicht gehen wollten, wurde er aus dem Käfig geholt und eine Runde durch das Lokal gedreht”, erzählt ein Zeitzeuge.

Als das Wirtshaus Brodesser im Mai 1969 von der Familie Schütz übernommen wurde, blieb die Raubkatze noch bis Juli 1970 dort. Der Löwe wurde an einen Wanderzirkus verkauft – über das weitere Schicksal des Tieres ist nichts bekannt.

(Red./JES)

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