Nizza-Anschlag: Zwei weitere Festnahmen, Attentäter “sehr schnell radikalisiert”

Der Anschlag fand auf der Strandpromenade Nizzas statt.
Der Anschlag fand auf der Strandpromenade Nizzas statt. - © AFP Photo
Nach dem Terroranschlag auf der Strandpromenade von Nizza sind mittlerweile sieben Menschen in Haft. Indes bestätigten Zeugen der Polizei, der Attentäter sei sehr wohl religiös gewesen.

Nach dem Anschlag von Nizza hat die Polizei zwei weitere Festnahmen bekanntgegeben. Eine Frau und ein Mann mit Verbindungen zu dem Attentäter seien gefasst worden, hieß es am Sonntag aus Justizkreisen. Wegen des Attentats von Donnerstagabend mit 84 Toten sind bereits fünf weitere Menschen in Gewahrsam, darunter die Ex-Frau des Täters. Sie gaben laut Polizeikreisen an, dass dieser sich erst “kürzlich” radikalisiert habe.

Der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel hatte kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade einen Lastwagen in die Menschenmenge gelenkt und dabei mindestens 84 Menschen getötet und rund 300 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt. Polizisten erschossen den Mann erst nach knapp zwei Kilometern. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) behauptete am Samstag, Lahouaiej-Bouhlel sei einer ihrer “Soldaten” gewesen.

Attentäter mit kleinkrimineller Historie

Wie es am Sonntag aus Ermittlerkreisen hieß, sollen mehrere Zeugen der Polizei bestätigt haben, dass der Attentäter religiös gewesen sei. Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte der Sonntagszeitung Journal du Dimanche gesagt, bei den bisherigen Ermittlungen sei herausgekommen, “dass sich der Attentäter sehr schnell radikalisiert hat”.

Der Attentäter war den französischen Geheimdiensten nicht als Islamist bekannt gewesen. Er trat lediglich im Zusammenhang mit Kleinkriminalität in Erscheinung und galt zudem als gewalttätig und depressiv.

Weiter hieß es aus den Ermittlerkreisen am Sonntag, Lahouaiej-Bouhlel sei vor seiner Tat zweimal mit dem Lastwagen am Anschlagsort gewesen. Der Attentäter sei am Dienstag und Mittwoch an die Strandpromenade von Nizza gefahren, hieß es.

(APA, Red.)

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