Niki-Pleite: Stadt Wien würde mit Insolvenzstiftung helfen, Regierung überlegt Finanzspritze

Zwei Notfallpläne zur Niki-Pleite sind angedacht
Zwei Notfallpläne zur Niki-Pleite sind angedacht - © APA
Sollte sich keine Lösung für die insolvente Fluglinie Niki finden, bietet nun sowohl die Stadt Wien als auch die noch amtierende Regierung für etwaige Auswege aus der Misere an.

Wien würde mit einer Insolvenzstiftung des “ArbeitnerhmerInnen Förderungsfonds” (waff) bereitstehen, wie Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) am Donnerstag in einer Aussendung in einer Aussendung betonte.

Wien steht im Notfall mit Insolvenzstiftung bei Niki-Pleite bereit

Die Betroffenen würden in diesem Fall etwa bei beruflichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt.Wien. “Selbstverständlich hoffe ich, dass es in irgendeiner Form eine Betriebsnachfolge gibt und die Arbeitsplätze erhalten bleiben können. Das ist auch von großer Bedeutung für den Tourismus generell und insbesondere für den Standort Wien”, sagte Brauner. Für die verunsicherten Niki-Mitarbeiter wurde heute eine eigene Homepage bei der Arbeitnehmervertretung eingerichtet. Für Fragen, die schnell beantwortet werden müssen, sind ab sofort Experten von GPA-djp (Tel. 050301 22) und der AKNÖ (Tel. 05 7171 20100) erreichbar. Auch Fragen via Mail sind möglich: niederoesterreich@gpa-djp.at oder flyniki@aknoe.at.

Regierung denkt über Finanzierung nach

“Es gibt Überlegungen, mit Zwischenfinanzierungen etwas zu tun, aber das muss man schon noch konkret prüfen”, sagte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) im “Mittagsjournal”. Da müsse man aber noch über die Höhe und über die Rechtslage nachdenken. “Hier gibt es sehr gute Gespräche mit dem Finanzminister” (Hans Jörg Schelling, ÖVP), so Leichtfried. Immerhin gehe es um mehr als 1.000 Arbeitsplätze und um Familien, die davon betroffen seien. Gerade jetzt vor Weihnachten müsse es das Interesse jeder Bundesregierung sein, eine Lösung zu finden.

Auch wenn die aktuelle Regierung nur mehr wenige Tage amtieren dürfte, meint Leichtfried, dass “diese Bundesregierung bis zur letzten Minute” sich um eine Lösung bemühen werde. Leichtfried geht davon aus, dass auch die neue Bundesregierung das fortführen wird. Egal ob Nikolaus Lauda “oder jemand anderer” sich zur Übernahme von Niki bereiterklärt, wenn es den Willen gebe, die Arbeitsplätze abzusichern, werde wohl jede Bundesregierung daran mitwirken, erwartet Leichtfried.

Airport Wien wird trotz Niki-Ausfalls auch 2018 wachsen

Vierzehn Jahre lang war Niki am Flughafen Wien eine prominente Airline, wenngleich ihr Marktanteil zuletzt nur mehr bei weniger als 3 Prozent lag. Nun wurde der Flugbetrieb wenige Tage vor Weihnachten eingestellt. Der börsennotierte Flughafen Wien sprach am Donnerstag sein Bedauern aus. Die eigenen Ergebnis- und Passagierzahlenziele muss der börsennotierte Flughafen für 2017 deshalb nicht ändern. In der Vorschau gingen mit Niki einige Passagiere verloren, aber ungeachtet dessen werde der Flughafen Wien auch 2018 Wachstum haben, sagten die beiden Flughafen-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner zur APA. “Die Menschen werden weiter auf Urlaub fliegen.”

Passagiere in Wien waren gut informiert

Die von den Flugausfällen ab heute betroffenen Passagiere waren durchaus gut informiert, die meisten der auf den (einzigen) Niki-Flug von Wien nach Marrakesch gebuchten Reisenden sind schon daheimgeblieben und gar nicht erst zum Flughafen Schwechat gekommen.

Nur ein Grüppchen von in Summe 15 Personen war erschienen, sie wurden dann vor Ort vom Ausfall informiert. Bei den Niki-Mitarbeitern herrsche große Betroffenheit. “Vielleicht gibt es noch ein Weihnachtswunder” und es greife jemand zu, der bis zum Schluss die ruhige Hand habe, meinte Ofner. Interessenten gäbe es mehrere, hörten auch die Airport-Vorstände, darunter Niki Lauda, der sich sehr konkret geäußert hat. Die Fluggesellschaft Niki hat als Gründung des Ex-Rennfahrers Niki Laudas im Jahr 2003 am Flughafen Wien angefangen. In der Zeit gab es allein für Wien-Schwechat 23 Millionen Niki-Passagiere und 200.000 Flugbewegungen. “Schade, wenn das so zu Ende geht”, sagte Jäger.

(APA/Red.)

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