Niederösterreichisches Piano für Pop-Superstar Prince bleibt stumm

Jung-Unternehmer Mario Aiwasian mit dem für Pop-Ikone Prince (r.) hergestellten Piano
Jung-Unternehmer Mario Aiwasian mit dem für Pop-Ikone Prince (r.) hergestellten Piano - © APA/HELMUT FOHRINGER / AP
Im kleinen St. Andrä-Wördern in Niederösterreich ist die Enttäuschung groß: Ein eigens für Megastar Prince lila lackiertes Hybrid-Klavier, an dem dieser Interesse bekundet hatte, wird der jüngst Verstorbene nun nicht mehr spielen.


Als das Interesse des Superstars aus seiner Heimatstadt Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota vom Management bestätigt wurde, ließ man im kleinen St. Andrä-Wördern in Niederösterreich nichts unversucht. Niemand Geringerer als Pop-Ikone Prince hatte den Prototyp des mit innovativer Technik versehenen Hybrid-Klaviers der Firma “Alpha Pianos” gesehen und wollte es für seine nächste Europa-Tour.

Prince sagte Wien-Auftritt ab

Eigentlich hätte Prince schon vergangenen November im Wiener Konzerthaus spielen sollen, doch dann sagte der US-Amerikaner seine Europa-Solo-Tour wegen der Terror-Attacken in Paris ab. Nun wird der große Meister auf diesem bereits mehrfach ausgezeichneten Instrument nie seine Hits wie “Purple Rain”, “1999” oder “Kiss” spielen. Prince ist am 21. April völlig unerwartet im Alter von 57 Jahren verstorben.

Und ähnlich wie das plötzliche Ableben Tausende Fans weltweit schockiert hatte, war auch Jung-Unternehmer Mario Aiwasian von “Alpha Pianos” in dem 5.000-Seelen-Ort im Bezirk Tulln zunächst sprachlos gewesen. Immerhin hatte man den Prototyp auch extra für Prince lila lackieren lassen. Und natürlich ist ein Auftritt eines derartigen Stars mit dem selbst entwickelten Produkt nicht nur eine große Ehre, sondern hat auch enorme Werbewirkung.

“Alpha Grand” wird verstorbener Star nicht mehr spielen

Mit einem Hauch von Wehmut ist das Modell “Alpha Grand” vergangene Woche statt zu einer Prince-Tournee für Foto-Aufnahmen für eine Broschüre nach Berlin verschickt worden. Die Enttäuschung, dass Prince seine Erfindung nun nie selbst bespielen kann, war bei Firmengründer und CEO Aiwasian beim Lokalaugenschein mit der Austria Presse Agentur zu spüren. “Es ist ein sehr gemischtes Gefühl. Wir waren sehr stolz, ein Instrument für ihn überhaupt machen zu dürfen. Es war für eine Wiederaufnahme der Europa-Tour geplant”, erzählt Aiwasian. “Jetzt, wo die ganze Welt über sein Ableben berichtet und wir das Piano bei uns im Lager hatten, ist das ein sehr komisches Gefühl. Irgendwie sind wir aber froh, noch ein Teil der Geschichte von Prince sein zu können.”

Das Alpha Grand ist als größtes Klavier der Serie erst ab Herbst für 40.000 Euro erwerbbar. “Das ist wirklich die Nummer eins von diesem Instrument. Es hat Prince auch besonders gefallen, weil es doch noch irgendetwas von einem Flügel hat”, erzählt Aiwasian, der sich ein bisschen auch als Visionär sieht, mit Blick auf sein Schmuckstück. Das Außergewöhnliche seiner beiden großen Hybrid-Klaviere “Grand” und “Studio” ist neben dem Design vor allem das Innere: “Wir verwenden in den Alpha Pianos die originale Konzertflügelmechanik. Statt Klavier-Saiten haben wir einen Sensor entwickelt, der sich physikalisch wie eine Klavier-Saite anfühlt: Er dehnt sich und misst auch die Anschlagstärke. Es ist der erste Sensor der Welt, der es ermöglicht, die originale Flügelmechanik zu verwenden. Von der Taste bis zum Hammerkopf.”

Alpha Pianos aus St. Andrä-Wördern

Alpha Pianos ist noch eine junge Firma, aber in der Musikbranche kein unbeschriebenes Blatt mehr. Immerhin haben sich Künstler wie Lenny Kravitz, Roger Hodgson von Supertramp, Konstantin Wecker oder Chick Corea schon begeistert über die Produkte gezeigt. Und als auch Lady Gaga nicht zuletzt wegen des hypermodernen Porsche-Designs das sehr auffällige Keyboard “MPiano” für ihre Tournee bestellt hat, schaffte es die kleine Firma nicht nur in Österreich in die Schlagzeilen. Das MPiano, das dank berührungsempfindlicher Tasten auch als Controller nutzbar ist, wird ebenfalls ab Herbst ab rund 5.000 Euro erhältlich sein, und ist für einen großen Markt bestimmt. Eine eigens entwickelte App lässt das Keyboard per Tablet steuern.

Erfahrung bei der Klavierfabrik Bösendorfer

Für den 46-jährigen Aiwasian, der selbst einst für die Klavierfabrik Bösendorfer gearbeitet hat, stehen seine Produkte nach schwierigen Jahren mit allen Höhen und Tiefen, die ein Erfinder durchleben muss, vor dem Durchbruch. Bei Musikmessen in Frankfurt und Los Angeles hat vor allem das MPiano großes Interesse hervorgerufen. Schon hat Aiwasian begonnen, Distributions-Netze auch in den USA aufzubauen. “Wir sind eigentlich sehr gut vernetzt. Wir haben da langjährige Kontakte und mittlerweile auch schon Freundschaften”, erklärt der Master-Mind und berichtet von einer guten Förderlandschaft in Österreich – “wenn man richtig gute, innovative Ideen hat, die auch international vermarktet werden können.”

Mit dem violetten Prototyp des “Alpha Grand”, der eigentlich für Prince vorgesehen war, hat Aiwasian nun andere Pläne. Geht es nach seinem Wunsch, der freilich noch mit dem Prince-Management abgeklärt werden muss, dann soll das Hybridklavier im Sinne des zu Lebzeiten sehr wohltätigen “Pop-Mozart” versteigert werden. Das Alpha Studio gibt es bereits im Handel (22.000 Euro), das Alpha Grand und das MPiano kommen im Herbst 2016 in den Verkauf.

>>Sänger Prince ist tot

>>Das lila Hybrid-Klavier der Firma “Alpha Pianos”

(apa/red)

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