Neuer Teamgeist beflügelt Lewis Hamilton

Lewis Hamilton ist guter Dinge
Lewis Hamilton ist guter Dinge - © APA (AFP)
Formel-1-Leader Lewis Hamilton scheint seine Drive-Life-Balance gefunden zu haben. In den Tagen vor dem Grand Prix von Mexiko wirkte der 32-Jährige einmal mehr höchst entspannt, nicht nur, weil er am Sonntag (20.00 Uhr) mit Platz fünf Weltmeister werden könnte. Es ist auch der neue Teamgeist, der Hamilton in dieser Saison trägt.

“Ich arbeite seit fünf Jahren mit ihm. Auf diesem Level habe ich ihn noch nie gesehen”, stellte Mercedes-Teamchef Toto Wolff fest. Dabei war die Beziehung zwischen Hamilton und Mercedes vor einem Jahr noch stark gestört gewesen.

Denn der Hamilton von 2016 war frustriert und genervt vom vergifteten Duell mit seinem ungeliebten Teamrivalen Nico Rosberg, der schließlich die WM gewann. Er fühlte sich von seinem Rennstall benachteiligt und ignorierte im Rennen sogar Anweisungen von der Kommandozentrale. Beim Finale in Abu Dhabi, in dem sich Rosberg den Titel sicherte, eskalierte die Situation.

Wolff bat Hamilton zur Aussprache. “Wir hatten letztes Jahr einen schweren Tag in Abu Dhabi. Zwei Tage danach haben wir uns dann in meiner Küche zusammengesetzt, über alles geredet. Lewis ist dann mit einer großartigen Einstellung zurückgekehrt”, erinnert sich der Wiener. Auch Hamilton sieht in dem Küchengespräch einen wichtigen Impuls: “Es war entscheidend, dass wir alles auf den Tisch gepackt haben, um eine stärkere Beziehung aufzubauen.”

Dazu trug auch der überraschende Rücktritt von Rosberg kurz nach dessen WM-Titel bei – und das Ende einer destruktiven Beziehung. “Es war wirklich unangenehm letzes Jahr”, sagte Hamilton. Nun hat er in Valtteri Bottas einen Teamkollegen an seiner Seite, der seinen Status nicht gefährdet.

Wolff sieht in der “positiven Beziehung zu Valtteri einen wichtigen Faktor” für den neuen Teamgeist, der Hamilton beflügelt. Der Brite nennt den Finnen einen “außergewöhnlichen Menschen. Valtteri will durch Leistung und harte Arbeit gewinnen”, meinte der WM-Leader. Worte, die Hamilton beim Namen Rosberg nie eingefallen wären.

Dass ihm nun außerhalb des Teams ein Gegner auf Augenhöhe erwachsen ist, hat Hamiltons Motivation nur noch gesteigert. “Es hilft, jetzt gegen ein anderes Team um die WM zu fahren”, sagte der Mann aus dem mittelenglischen Stevenage über sein Duell mit dem viermaligen Champion Sebastian Vettel und Ferrari. “Letztes Jahr hatten wir den Hurrikan innerhalb des Teams, mit all seiner Kraft. Jetzt können wir diesen Hurrikan in eine andere Richtung lenken.”

Im Autodromo Hermanos Rodriguez kann der neunmalige Saisonsieger nun seine wunderbare Reise durch 2017 vollenden. Mit seinem vierten Titel stiege er zum erfolgreichsten britischen Fahrer auf und würde zu den ganz Großen in der Formel-1-Geschichte zählen. Doch vor allem als Mensch ist er in diesem Jahr gewachsen.

(APA/dpa)

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