Neuer Sozialmarkt in der Wilhelminenstraße in Ottakring eröffnet

In Ottakring eröffnet ein neuer Sozialmarkt.
In Ottakring eröffnet ein neuer Sozialmarkt. - © leisuregroup.at/Rudolph
Anfang September öffnet in Wien-Ottakring ein neuer Sozialmarkt. Der Markt ist in der ehemaligen Meinl-Filiale beheimatet und wird doppelt so groß sein, wie der ehemalige Markt in Hernals, der am 19. August schließt.

Sozialmarkt Wien-Gründer Alexander Schiel eröffnet am Montag, den 5. September einen neuen Markt im 16. Wiener Gemeindebezirk. Der 2008 eröffnete Markt in Hernals schließt dagegen am 19. September.

Neuer Sozialmarkt eröffnet in Ottakring

Der alte Markt weicht einem neuen in der Wilhelminenstraße 22 in Wien-Ottakring. Dieser bietet mit rund 350 Quadratmetern nahezu die doppelte Fläche des alten Markts und wird in einer ehemaligen Meinl-Filiale beheimatet sein, die optimale Voraussetzungen für den Betrieb bietet. Der neue Markt verfügt zudem über moderne Kühltechnik, wodurch das Sortiment an Molkereiprodukten deutlich ausgebaut werden kann.

Die Eröffnung des neuen, doppelt so großen Marktes ist durch die großzügige Unterstützung der Familie Gaston und Kathrin Glock möglich geworden, die Schiels Arbeit seit mehreren Jahren mit namhaften Geldbeträgen fördert.

Nachfrage nach leistbaren Einkaufsmöglichkeiten steigt massiv

Mit dem neuen Markt in Ottakring reagiert Schiel auf die stetig steigende Nachfrage nach leistbaren Einkaufsmöglichkeiten für sozial Schwache. Zur Eröffnung verzeichnete der Sozialmarkt Wien noch 10.000 registrierte Mitglieder, die zum Einkauf der stark ermäßigten Produkte berechtigt sind, die um rund ein Drittel des üblichen Handelspreises oder teilweise sogar gratis abgegeben werden. Mittlerweile sind im Sozialmarkt Wien 40.000 Menschen registriert, für die Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Hygieneartikel kaum mehr leistbar sind.

“Die Notwendigkeit zur Expansion macht keine Freude: Laut aktueller Erhebung der Statistik Austria sind über 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Insbesondere die Einkommensarmut steigt an, die es Menschen nicht mehr ermöglicht, von ihrem Beruf zu leben. Insgesamt sind in Wien rund 400.000 Menschen, darunter 100.000 Kinder von Armut betroffen“, zeigt sich Schiel von der Entwicklung betroffen.

Rund 1.000 Tonnen pro Jahr verkauft und verschenkt

In seinen mittlerweile drei Sozialmärkten verkauft und verschenkt Schiel pro Jahr rund 1.000 Tonnen Ware. Dabei handelt es sich teilweise um leicht beschädigte Ware oder Produkte, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen – abgelaufene Produkte gibt es im Sozialmarkt Wien keine.

Den Großteil der Produkte kauft Schiel mittlerweile zu, um den hohen Bedarf decken zu können und ein möglichst vollständiges Sortiment zu bieten. Der Sozialmarkt Wien wird von renommierten Marken wie Alvorada, Axe, Beiersdorf, Coca-Cola, Der Mann, dm Drogeriemarkt, Felix, GW Cosmetics, H&M, Inzersdorfer, Jomo, Kelly’s, Kotanyi, L’Oréal, Manner, Maresi, Mautner Markhof, Napoli, Nestlé, Nivea, NÖM, P&G, Spak, Teekanne, Unilever, Wiesbauer oder Wolf Nudeln unterstützt.

“Wir sind unglaublich dankbar über die Hilfe bekannter Marken, mit der wir sozial Schwachen ein Premium-Sortiment anbieten können und ihnen damit ein kleines Stück Würde in ihrer schwierigen Situation geben können“, sagt Schiel, der ohne öffentliche Unterstützung von Bund und Land auskommen muss.

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