Neuer künstlerischer Geschäftsführer der ARGEkultur Salzburg

“2018 ist ein Jahr der Veränderung”, kündigte Markus Grüner-Musil, der scheidende künstlerische Leiter der ARGEkultur Salzburg, am Dienstag beim Pressegespräch zur Vorstellung des Jahresprogrammes an. Neu wird bekanntlich die Führung: Ab 1. März übernimmt Sebastian Linz die operative Leitung des Veranstaltungshauses. Das Open Mind Festival im November wird er bereits alleine kuratieren.

Der Deutsche, der in der Vergangenheit vor allem in den Bereichen Regie und Dramaturgie aktiv war, freut sich auf die Weiterführung und -entwicklung der ARGE. Im Bewerbungsprozess konnte er sich gegen knapp 30 Mitbewerber durchsetzen. “Ich übernehme Markus’ Aufgaben fließend und vor allem freundschaftlich. Mein Ziel ist es, in diesem erfolgreichen Betrieb neue Denkräume zu schaffen. Vor allem die Frage nach dem Diskurs ist mir sehr wichtig”, so Linz. Die disziplinäre Ausrichtung der ARGEkultur möchte er nicht verändern, trotzdem hat er schon einige Ideen für neue, längerfristige Projekte. Besonders im Bereich der künstlerischen Forschung.

Für das Jahr 2019/20 wird er sein erstes eigenes Programmkonzept entwickeln. Das diesjährige Programm stammt inhaltlich noch von Markus Grüner-Musil. Insgesamt vier neue Eigen- und Koproduktionen präsentiert das Haus dieses Jahr. Der Fokus liegt dabei auf zeitgenössischen und innovativen Kunstformen.

Am 21. Februar feiert die erste Produktion – “Oberösterreich” von Franz Xaver Kroetz – Premiere. Hildegard Starlinger inszeniert Kroetz’ Stück vor den aktuellen politischen Hintergründen und der Frage nach dem Begriff des Stadt-Land-Gefälles. Am 8. März folgt “Viel gut essen” von Sibylle Berg, die das Stück zusammen mit der Band Kreisky geschrieben und inszeniert hat. “Kreisky treten bewusst als Band auf. Das Stück ist eine rabiate, laute und brutale Form, wie man Musiktheater heute machen kann”, so Grüner-Musil. 

Zwei Uraufführungen folgen im Herbst. Für das im September stattfindende START Festival 2018 wurden Hymnen in Auftrag gegeben, wobei keine Nationen oder Taten besungen werden sollen, sondern viel mehr die Werte einer lebenswerten Gesellschaft. Im Oktober wird in Koproduktion mit der Editta Braun Company das politische Bewegungstheater “trails” gezeigt, wie Grüner-Musil es beschreibt. Zugrunde liegen Bilder aus Nikolaus Geyrhalters Film “Homo Sapiens”, den Editta Braun auf choreografischer Ebene neu inszeniert.

Vom 8. bis 18. November findet Sebastian Linz’ erstes selbstprogrammiertes Open Mind Festival statt. Mit dem Titel “What’s left / What’s right” möchte der neue Künstlerische Leiter die Voraussetzungen unseres Handelns – “durchaus in der Doppeldeutung des Titels” – hinterfragen. 

Bei den insgesamt über 300 Veranstaltungen werden auch im Jahr 2018 wieder die Sparten Theater und Choreografie am stärksten vertreten sein. Zu den bekannten Veranstaltungsreihen, wie dem Roten Salon oder dem “MotzArt” Kabarett Festival, wird sich außerdem eine neue elektronische Musikreihe “performing sounds” der Galerie 5020 neu hinzu gesellen.

(APA)

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