Neue Vorwürfe gegen Grasser & Co.

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Unschuldsvermutung.
Unschuldsvermutung. - © APA
Bargeldtransporte von Wien nach Liechtenstein ab November 2001 nähren den Verdacht, dass beim Dorotheum-Verkauf illegale Provisionen an Karl-Heinz Grasser geflossen sein könnten.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin ‘Format’ in seiner nächsten Ausgabe. Grasser und die anderen Genannten bestreiten, dass damals Provisionen geflossen seien. Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.

Enge Parallelen zum BUWOG-Skandal

Details aus Polizeiberichten zur Einvernahme Grassers und anderer Beteiligter, wie Ernst Karl Plech und Walter Meischberger, zeigten Parallelen zum Buwog-Verkauf auf, so das Magazin. Demnach sei auch bei der Dorotheum-Privatisierung der Abstand der siegreichen Bieter zu den unterlegenen Mitbewerbern gering gewesen. Während das unterlegene Konsortium 950 Mio. Schilling (69,0 Mio. Euro) bot, obsiegte die andere Seite mit 955 Mio. Schilling. “Meiner Auffassung nach ist das entweder ein Riesenzufall oder weist auf eine Preisabsprache hin”, zitiert das Magazin aus der Befragung von Peter Newole, der zur unterlegenen “Valora”-Bietergruppe gehörte. Zu der Bietergruppe habe damals auch Ernst Plech und der Lobbyist Peter Hochegger gehört

Walter Meischberger habe damals im Verkaufsfinale seine Dienste angeboten und horrende Forderungen gestellt, berichtete Newole laut “Format” als Zeuge der Polizei. Als er dies ablehnte, habe Meischberger das Treffen verlassen.

Meischberger habe auch seiner Gruppe damals Beratungsdienste angeboten, sagt Erwin Soravia. Er habe aber seine Dienste nicht in Anspruch genommen. Parallel dazu habe Peter Hochegger damals offenbar bei Martin Ohneberg, Soravias Geschäftspartner, angefragt. Beide betonen, sie hätten nichts an Meischberger, Plech oder Grasser gezahlt. Das staatliche Auktionshaus wurde im September 2001 an die Bietergruppe OneTwoBeteiligungs- und Beratungs-GmbH von Christoph Dichand und Erwin Soravia junior verkauft.

Grasser-Umfeld auch bei BUWOG-Verkauf höchst aktiv

Der Verdacht werde geprüft, ob es um die Weitergabe exklusiver Informationen gegangen sei, schreibt das “Format”. Auffällig sind demnach Bargeldeinzahlungen auf ein Konto in Liechtenstein, zu dem im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung ermittelt wird. Laut der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestehe der Verdacht, dass dieses Konto Grasser zuzurechnen sei. Auf dieses Konto bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein (HIB), auf das auch ein Teil der Buwog-Provision geflossen war, begannen im November 2001 Bargeldeinzahlungen. Bis September 2005 wurden 236.000 Euro eingezahlt. Laut Aussagen von Meischberger habe er das Geld von seinem Privat- bzw. Geschäftskonto abgehoben und einem Mittelsmann übergeben, der das Geld in bar nach Liechtenstein gebracht habe. Dafür gebe es aber keine Beweise, so das Magazin. Es bleibt interessant für Karl-Heinz Grasser. 

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