Neue Tricks beim Gebrauchtwagenverkauf

Akt.:
Neue Tricks beim Gebrauchtwagenverkauf
Wer derzeit sein Auto mittels eines Zeitungsinserates verkaufen will, sollte auf der Hut sein. 295 Euro sollten auf das Konto eines spanischen Treuhänders überwiesen werden.

Potentielle Autoverkäufer werden seit kurzem von einer - angeblich in Spanien ansässigen - Firma namens „Euro-Auto S.L.“ kontaktiert und auf ihr Inserat angesprochen. Am Rande erwähntes Detail, es sind 295 Euro auf das Treuhandkonto eines spanischen Notars zu überweisen, die man vermutlich nie wieder sieht.

Angerufen wird man von einer zuvorkommenden und freundlichen Dame, die in bestem Deutsch erklärt „man erwerbe für Kunden in großem Stil Autos in ganz Europa“. Auf harte Preisverhandlungen muss man sich nicht einstellen, die Einigung über den Kaufpreis kommt erstaunlich schnell zustande - gleich darauf wird ein Vertrag übermittelt. So wurde auch mit Herrn M. aus Frastanz Kontakt aufgenommen.

Der Vertrag sieht erstaunlicherweise vor, dass die Abwicklung des Kaufes über einen Notar bzw. Treuhänder („Gomez & Andre“ mit Sitz in Madrid) erfolgt. Die Kosten wären anteilig zu tragen und damit dem Herrn M keine Kosten entstehen, wurde der Kaufpreis des Fahrzeuges ganz einfach und unkompliziert um den Betrag von 295 Euro (die anteiligen Kosten) erhöht.

Mit der Zusendung des Vertrages wurde der Kaufpreis beim genannten Treuhänder hinterlegt. Weiters sah der Kaufvertrag einen Übergabetermin vor, den der Frastanzer auf dem Formular ankreuzen konnte. Die Übergabe des Geldes erfolge per Barzahlung, wobei von „Euro-Auto S.L.“ ein Barscheck auf den Kfz-Gutachter des Unternehmens, ein gewisser Herr Walter K., ausgestellt werden sollte, welcher gemeinsam mit Herrn M. den Scheck in einer Bank einlösen und die Kaufsumme (inkl. der anteiligen Notarkosten) übergeben sollte.

Nach den Schilderungen von Herrn M., der einen solchen Vertrag per Fax an das Unternehmen gesandt hat, erhält man kurz darauf eine Bestätigung des Notars aus Madrid, dass der Kaufpreis hinterlegt wurde. Außerdem eine Rechnung über die anteiligen Kosten in Höhe von 295 Euro, würden diese bezahlt könne „Gomez & Andre“ sofort den Barscheck auf Herrn Walter K. ausstellen.

Nach Informationen eines anderen Konsumenten, der sich im selben Zusammenhang bei der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer meldete, kontaktierte ihn kurz nach Erhalt der Rechnung und angesichts des nahenden Übergabetermins die freundliche Dame des spanischen Unternehmens und erkundigte sich nach dem Verbleib der Zahlung, da sonst der Lkw, der zur Abholung des Fahrzeuges bereit steht, nicht losfahren kann. Auf die Frage warum dies so sei, teilte man ihm mit, dass „ihr Chef dies so wolle“. Der Konsument übermittelte daraufhin per Fax eine verlangte Überweisungsbestätigung über die 295 Euro.

Nachdem der vereinbarte Termin immer näher rückte stieg die Neugierde, ob der Lkw auch wirklich pünktlich wie vereinbart erscheinen würde. Als ob er es geahnt hätte, meldete sich tatsächlich die „spanische Telefonistin“ und ersuchte ihn um Verständnis, der vereinbarte Termin könne nun leider doch nicht eingehalten werden. Es habe Probleme mit dem Lkw gegeben und man bitte daher noch um etwas Geduld.

Dass der Autotransporter und der Kfz-Sachverständige Walter K. - mit dem Barscheck - jemals in Vorarlberg ankommen werden, darf jedoch stark angezweifelt werden. AK-Tipps:  Zahlen Sie bei Autoverkäufen grundsätzlich erst bei der Fahrzeugübergabe und nie im Vorhinein.  Beim Verkauf von Gebrauchtwagen sind Treuhandkonten ungewöhnlich, informieren Sie sich im Zweifelsfall bei der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer.  Sie können bei der AK Vorarlberg (Tel. 05522/306-8000) kostenlos die Broschüre „Autokauf“ anfordern, dort sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Diesen Folder finden Sie zum Download auch im Internet. Mit www.ak-vorarlberg.at gelangen sie auf die Hauptseite, wählen sie dort „Publikationen“ und im Unterverzeichnis „Kosument“. Rückfragehinweis: AK-Konsumentenberatung, Paul Rusching, Telefon 05522/306-3024, E-Mail paul.rusching@ak-vorarlberg.at Feldkirch, 2006-01-25/gor

(Quelle: Arbeiterkammer Vorarlberg)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen