Neue Gesundheitsministerin Rendi-Wagner bewirbt Wien als EMA-Standort

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner macht sich für Wien als EMA-Standort stark
Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner macht sich für Wien als EMA-Standort stark - © APA
Bei ihrer ersten Auslandsreise zum EU-Gesundheitsministertreffen in Malta wird die seit Kurzem im Amt befindliche Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner für Wien als Standort der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (European Medicines Agency) werben.

Rendi-Wagner trifft am Montag EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis und führt zu dem Thema auch bilaterale Gespräche mit Deutschland, Dänemark und Luxemburg.

Kommt Gesundheitsagentur von London nach Wien?

Mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) wird auch eine Verlegung des Amtssitzes der in London angesiedelten EU-Agentur notwendig. Seit Herbst setzen sich die Bundesregierung und die Stadt Wien für die Übersiedlung der Gesundheitsagentur von London nach Wien ein. Der ehemalige EU-Botschafter Gregor Woschnagg wurde für die entsprechende Bewerbung bei den EU-Institutionen engagiert. Die Entscheidung über einen neuen Standort der Agentur wird einvernehmlich auf Ebene der Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten getroffen und soll bereits in den kommenden Monaten fallen.

EMA ist die zweitgrößte EU-Agentur

Die 1995 gegründete EMA ist mit rund 900 Mitarbeitern die zweitgrößte EU-Agentur und verfügt über ein Jahresbudget von über 300 Millionen Euro. Aufgabe der Agentur ist es, die öffentliche Gesundheit sowie die Tiergesundheit durch Bewertung und Überwachung von Human- und Tierarzneimitteln zu schützen und zu stärken. Die Arzneimittel, die durch die EMA zur Markt-Zulassung empfohlen werden, umfassen 27 Prozent des weltweiten pharmazeutischen Marktes.

Argumente Rendi-Wagners für Wien als Standort

“Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Österreich das Rennen um die Ansiedlung der Europäischen Arzneimittelagentur macht”, erklärte Rendi-Wagner vor ihrer Reise zum EU-Gesundheitsministertreffen. “Eine Ansiedlung der EMA in Wien hätte positive Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Forschungsstandort Österreich. Ein zukünftiger Standort Wien würde die Forschung auf dem Gebiet der Arzneimittel stärken, internationale Industrieniederlassungen fördern, Forschungseinrichtungen nach Wien ziehen und die heimische Pharmaindustrie stärken”, sagte Rendi-Wagner.

Die EMA sei neben ihrem Gesundheitsauftrag auch aus industriell-wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektive eine Institution von höchster Relevanz, heißt es dazu im Gesundheitsministerium. Mit 430 Unternehmen aus dem Bereich der Pharma- und Medizinprodukte und der Biotechnologie, etlichen Forschungsstätten und dem Life Science Cluster biete Österreich ideale Bedingungen für die Arzneimittelagentur. Mit mehr als 30.000 Hotelübernachtungen pro Jahr, einer intensiven Reisetätigkeit und zahlreichen Konferenzen würden aber auch andere Wirtschaftssektoren von der Ansiedlung in Wien profitieren.

Gesundheitsministertreffen in Malta: Themen

Weitere Themen beim informellen Gesundheitsministertreffen in Malta sind die Prävention von Übergewicht bei Kindern, die internationale Kooperation zwischen den Gesundheitssystemen sowie die Bekämpfung von HIV und AIDS. Am Rande des Rates werden mit Estland und Bulgarien zudem Gespräche über die Themen der kommenden Trio-EU-Ratspräsidentschaft geführt. Österreich übernimmt nach den beiden Ländern in der zweiten Jahreshälfte 2018 den EU-Vorsitz.

(apa/red)

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