Neue „Aussicht“: Eines der ältesten Lokale Wiens revitalisiert

Neue „Aussicht“: Eines der ältesten Lokale Wiens revitalisiert
Neue „schöne Aussicht“ im Wiener Weinbezirk Döbling. Eines der ältesten Lokale der Hauptstadt, das ehemalige „Zur schönen Aussicht“ wurde nach Jahren des Leerstand revitalisiert und soll unter dem Namen „Pfarrwirt“ künftig wieder Gäste locken.

Mit dem Lokal steigt Werber Hans Schmid, der am Dienstag seine Pläne präsentierte, zum Big Player im Wiener Weingeschäft auf. Er besitzt bereits den gegenüberliegenden Heurigen „Mayer am Pfarrplatz“.

Schmid hatte die Immobilie einem burgenländischen Winzer vor der Nase weggeschnappt und diese gemeinsam mit seinem Geschäftsführer Willibald Balanjuk renoviert. Das ursprüngliche Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde als Berghof für die Weingüter der Chorherren von Klosterneuburg errichtet. Der zentrale „Prälatensaal“ stammt aus dem frühen 17., die vollverglaste Holzveranda aus dem 19. Jahrhundert. Für die Klärung der genauen Geschichte des Hauses wurden nun Historiker engagiert.

Der Werber Schmid hat das Haus vom Eigentümer, dem Stift Klosterneuburg, auf 50 Jahre gepachtet. Und noch müssen zahlreiche Details geklärt werden: Über die Farbe der Vorhänge ist man sich uneins und das Team konnte sich noch nicht einigen, ob Schmid einen Nitsch aus seiner Sammlung an die Wände des Lokals hängen darf. Ebenso muss bei der Küche muss noch ausgefochten werden, ob der Reis auf der Kinderkarte das Konzept, ausschließlich regionale Produkte anzubieten, zerstört.

Ansonsten setzt Chefkoch Alexander Mayer, vormals im Theatercafe, auf reduzierte österreichische Küche und regionale Produkte. So gibt es Augsburger mit Rahmfisolen, Wiener Schnitzel oder Kalbsrahmbeuschel. Die Weinkarte setzt primär auf Döblinger und österreichische Tropfen. Während im eigentliche Lokal bis zu 100 Personen Platz finden, kann das darunter liegende Kellergewölbe bis zu 200 fassen.

Dem Bauherren Schmid gehören am Areal neben dem Pfarrwirt auch der benachbarte „Mayer am Pfarrplatz“. Diesen hatte Schmid zu Jahresbeginn erworben – heute mit angeschlossenen 46,5 Hektar Weinbergen (davon 16 jüngst von Conwert gekauft). Auch das „Rote Haus“ am Nussberg gehört inzwischen Schmid. 30 bis 40 Prozent der Produktion sollen in den eigenen Lokalen ausgeschenkt werden, aber man stehe bereits mit Schweizer und asiatischen Produzenten in Kontakt.

Trotz der von ihm mitinitiierten Aufbruchstimmung in Grinzing und Heiligenstadt plant Schmid derzeit nach eigener Aussage keine weiteren Aktivitäten: „Ich führe derzeit überhaupt keine Gespräche zur Übernahme eines Heurigen.“ Man wisse aber auch nie, was die Zukunft bringe: „Mir ist viel in meinem Leben einfach passiert.“

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