“Need for Speed Payback” im Test: Mit Vollgas zum Totalschaden

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"Need for Speed Payback" im Test
"Need for Speed Payback" im Test - © EA / Dice
Die langjährige Racer-Serie “Need for Speed” hat mittlerweile einige Veränderungen durchmachen müssen, um im Genre wieder Fuß fassen zu können. Das neue “Need for Speed Payback” versucht nunmehr das Rad zwar nicht neu zu erfinden, scheitert aber dennoch in vielen Belangen.

Mit dem Release des schlicht “Need for Speed” benannten Titels von 2015 hat die Serie einen Neustart probiert, mit zweifelhaftem Erfolg: Ein offene Spielwelt sollte mehr Auswahlmöglichkeiten und ein freieres Spielgefühl vermitteln, der Fokus in Richtung Handlung und Tuning-Spielereien wiederum auf ältere Ableger der Serie verweisen. Raus gekommen ist ein wenig überzeugender Racer mit hübscher, wenn auch eintöniger Optik (eine gefühlte Nacht ohne Ende), der letztlich gespielt und vergessen wurde, auch von den größten Tuning-Fans.

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Kritik zu “Need for Speed Payback”: Möchtegern-Burnout auf Abwegen

Welche Lehren die schwedischen Entwickler von Ghost Games aus dem Vorgänger ziehen konnten ist auch noch mehreren Stunden nicht wirklich erkennbar. Fest steht, dass wohl großes Augenmerk auf die teils wegweisende, vielleicht sogar als legendär zu bezeichnende “Burnout”-Reihe gelegt wurde. Mehr Action, eine große und reichlich mit abwechslungsreichen Missionen befüllte Spielwelt, spektakulär inszenierte Unfälle und eine nahtlose Online-Integration mit unterschiedlichsten Ausgestaltungen.

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Die Probleme von “Need for Speed Payback” werden jedoch schon in den ersten Spielminuten offensichtlich: Stereotype Charaktere etablieren eine oft gesehene und dabei besonders banal erzählte Geschichte rund um – siehe Titel – Rache eines gefallenen Untergrund-Rennfahrers und seines Team. Jede Dialogzeile wirkt wie ein absurdes Wort-Sammelsurium eines veralteten Jugendkultur-Dudens, jedes denkbare Klischee wird hier bedient.

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Sieht man über diesen Aspekt des Spiels hinweg, wird Arcade-Racer-Enthusiasten eine recht abwechslungsreiche Welt offeriert: Vom pompösen Las Vegas bis zu den Wüstenlandschaften Nevadas kann “Need for Speed Payback” immerhin optisch überzeugen, wenn auch keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die diversen Vehikel, die gekauft und verbessert werden können, sind teilweise (und mit etwas Geschick hinsichtlich eigener Lackierungen und Sticker) sehr ansehnlich.

Wenn da nicht das größte Problem wäre: Um in den Genuss schmucker Fahrzeuge und enorm wichtiger “Speed Cards” (Upgrade verschiedener Bereiche der Fahrzeuge wie Motor etc.) zu kommen, gilt es, Storymissionen nicht nur einmal, sondern mehrmals zu absolvieren. Dieses sogenannte “Grinding” zehrt an den Nerven und vor allem der Geduld, hinterlässt dabei auch einen überaus schalen Nachgeschmack.

Das Fazit:

“Need for Speed Payback” vermag auf den ersten Eindruck eine spielerische Variante der “Fast & Furious”-Filme darzustellen: Viel Trubel um wenig Gehaltvolles und peinliche Dialoge rund um “Dude-Bros, umrahmt von Action-Einlagen, die auch auf den zweiten Blick nicht wirklich überzeugen können. Auch beim Ignorieren der Story wird dem Spieler ein halbgares Erlebnis präsentiert, dass abseits des Gefühls von Unvollständigkeit kaum ein anderes Hervorrufen wird.

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(Red. / Alle Bilder: EA)

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