Naschmarkt: Kim kocht, Kim verkauft

Sohyi Kim inmitten ihres neuen Lokals am Naschmarkt.
Sohyi Kim inmitten ihres neuen Lokals am Naschmarkt. - © APA
Der Probebetrieb für den neuen Shop der Starköchin Sohyi Kim (“Kim kocht”) ist angelaufen. Das Lokal am Naschmarkt dient auch als Sozialprojekt für Jugendliche, offizielle Eröffnung ist am 20. April.

Wiens Starköchin Sohyi Kim hat am Naschmarkt endlich ihr langersehntes Verkaufslokal aufgesperrt – wenn auch vorerst nur im Probebetrieb. Unter dem Titel “Kim kocht. Shop und Studio” hat die Chefin des Zwei-Haubenlokals “Kim kocht” einen 40 Quadratmeter großen Verkaufsraum für ihre selbsthergestellten Chutneys, Soßen und Gewürze geschaffen, der auch als Sozialprojekt fungiert. Die eigentliche Eröffnung ist für den 20. April angesetzt.

Durch mühsame Umbauarbeiten hat Kim einen alten Gemüsestand gegenüber der Naschmarktinstitution Urbanek in ein luftiges Delikatessengeschäft verwandelt, in dessen Mitte sich ein großer Thekentisch befindet. Auch wenn in diesem Studio fallweise gekocht werden kann – etwa während ihrer Kochseminare – soll der Schwerpunkt auf dem Verkauf liegen. So gibt es Salatdressings für 4 Euro, marinierte Sardellen koreanischer Art für 8 Euro, Shiso-Tee für 5 Euro oder blauen Reis für 6 Euro. Auch Wein, darunter der eigene Kim-Cuvee, wird offeriert.

“Keine Doppelbelastung”

Kims Standbein bleibt aber ihr Restaurant hinter der Volksoper am Alsergrund, in dem sie unter der Woche meistens zu finden sein wird. Der Naschmarkt liegt den touristischen Fans der aus dem Fernsehen bekannten Köchin jedoch näher. “Es ist keine Doppelbelastung”, wehrte die 45-Jährige ab. Es mache ihr Spaß, neue Projekte anzugehen.

Deshalb ist das Delikatessengeschäft zugleich auch ein Sozialprojekt. Ein Viertel des Umsatzes will Kim in die Ausbildung Jugendlicher mit Migrationshintergrund investieren. Konkret sollen im ersten Jahr acht Teenager mit Migrationshintergrund und zwei autochthone Österreicher ein Stipendium für ihre Lehre erhalten. Bewerben können sich 15-Jährige, die zwei Sprachen perfekt beherrschen, aus finanziell klammen Elternhaus stammen und einen gewissen Notendurchschnitt aufweisen. “Ich möchte keine Faulen”, unterstrich Kim. Sie selbst habe im Leben immer kämpfen müssen. Aus dem repressiven Militärregime Südkoreas war sie vor 26 Jahren alleine nach Wien gekommen.

“Frischer Wind”

Verpflichtend für ihre Stipendiaten, die von einer Jury ausgewählt werden, ist das Verfassen von Texten zu verschiedenen Themen auf Deutsch und in ihrer zweiten Sprache auf der Internetseite von Kims Sozialverein “Frischer Wind”. Wenn der Wunsch bestehe, könne man auch gemeinsam kochen, das sei aber keine Voraussetzung, unterstrich Kim. Auch Jugendliche mit Desinteresse am Kulinarischen und dem Wunsch, eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen, könnten sich bewerben. Es gehe ihr darum, den Menschen mit zwei Kulturen zu zeigen, wie wertvoll dieses Erbe sei.

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