5. September 2012 15:26; Akt.: 5.09.2012 15:26

Nachtlärm – Trailer und Kritik zum Film

Nachtlärm – Trailer und Kritik zum Film
Ein kleines Kind, das die Nacht hindurch schreit ist wohl objektiv mühsam. Ob man “Nachtlärm”, den neuesten Film des Duos Christoph Schaub/Martin Suter ebenso empfindet, liegt hingegen im Auge des Betrachters.

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In jedem Falle haben der Schweizer Regisseur Schaub und sein Bestseller produzierender Landsmann Suter nach “Giulias Verschwinden” aus 2009 ein weiteres Kooperationsprojekt vorgelegt, das in leichter Skurrilität und primär dialoglastig die Reise zweier Paare durch die Schweizer Nacht verfolgt. Ab Freitag im Kino.

“Nachtlärm”: Träge Beziehungsgespräche im rasenden Auto

Tim macht Livia (Alexandra Maria Lara) und Marco (Sebastian Blomberg), seinen beiden Eltern, allnächtlich das Leben schwer und bringt sie so weit, dass das kriselnde Paar mit dem Säugling im Dunkeln über die Autobahn rast – schläft der Knirps doch nur bei Tempo 130 km/h verlässlich. Dummerweise wissen der schmierige Kleinkriminelle Jorge (Georg Friedrich) und seine aktuelle Flamme Claire (Carol Schuler) nichts vom Baby auf der Rückbank, als sie den alten Golf auf einer Raststätte stehlen. In Folge entspinnt sich eine Verfolgungsjagd der beiden Paare plus einem weiteren Kriminellen (Andreas Matti), dessen Mercedes die panischen Eltern für die Jagd nach ihrem Kind “ausgeliehen” haben.

Allerdings trifft der Ausdruck “Jagd” die träge Nachtfahrt durch die Schweizer Provinz nur unzureichend. Es wird zwar in den jeweiligen Paarkonstellationen ausgiebig geschrien und geschwiegen, so rechte Fahrt nimmt die Verfolgungsjagd allerdings nicht auf. Nicht zuletzt ist es mittlerweile dramaturgisch langwierig und mühsam, den Menschen von den üblichen technischen Errungenschaften wie Navigationssystem, Handy und Smartphone zu befreien, um ihn dann in scheinbar ausweglose Situationen bringen zu können.

Die Figuren selbst bleiben in ihren jeweiligen Archetypen als frustrierte Jungmutter, genervter Jungvater oder cooler, freiheitssuchender Punkt etwas hölzern verhaftet, ohne nennenswert individuelle Substanz zu gewinnen. So gestaltet sich “Nachtlärm” als etwas unausgegorener Hybrid, der sich nicht zwischen Roadmovie, Beziehungsdrama und Thriller entscheiden kann und sich lieber auf die neutrale Position zurückzieht. Am Ende bleibt somit nur die Frage offen, weshalb in dieser Schweizer (Ko-)Produktion, die in der Schweiz spielt, die Akteure Deutsche oder Wiener sind.

(APA)



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