Nach Sturz aus Fenster: Zweijähriger weiter in Lebensgefahr

Der kleine Bub schwebt in Lebensgefahr.
Der kleine Bub schwebt in Lebensgefahr. - © bilderbox.com (Symbolbild)
Jener zweijährige Bub, der Mittwochabend aus dem dritten Stock eines Wohnhauses in Floridsdorf stürzte, schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Ein knapp zwei Jahre alter Bub kämpft nach einem Fenstersturz am Mittwochabend in Wien-Floridsdorf ums Überleben. “Der Zustand des Kindes ist noch immer kritisch”, sagte Christoph Mierau, Sprecher des Wiener Krankenanstaltenverbundes, am Donnerstag.

Der Bub war in einem unbeobachteten Augenblick aus der elterlichen Wohnung im dritten Stock eines Gemeindebaus in der Jedleseer Straße gefallen. Die Eltern wollten offenbar mit ihren Kindern die Wohnung verlassen, berichtete Polizeisprecher Paul Eidenberger. Beim Fertigmachen verloren der 28-Jährige und die 21-Jährige den Kleinen offenbar für kurze Zeit aus den Augen.

Der Bub lief ins Wohnzimmer und kletterte über eine Couch auf die Fensterbank. “Nach Angaben der Eltern sind immer alle Fenster geschlossen, wenn die Kinder in der Wohnung sind. Zum Zeitpunkt des Unglücks war aber doch eines offen”, sagte Eidenberger.

Tipps zur Unfallprävention

Die Johanniter brachten das schwer verletzte Kind ins Spital. Unfälle wie dieser könnten mit einfachen Sicherheitsvorkehrungen gut vermieden werden, appellierte Gabriele Lerche, stv. Chefärztin der Johanniter, an Familien. “Bei Fenstern sind Fenstersicherungen zum Absperren zu empfehlen.” Grundsätzlich solle man Kleinkinder nie unbeaufsichtigt lassen, schon gar nicht, wenn Fenster geöffnet sind. Eltern sollten darauf achten, dass keine Sessel, Sofas und Ähnliches vor dem Fenster stehen.

Im Fall eines Fenstersturzes sollten Angehörige sofort den Notruf 144 anrufen und gleich danach durch Ansprechen und Berühren prüfen, ob das Kind bei Bewusstsein ist. Ist es ansprechbar und klagt über Schmerzen, sollte es möglichst liegen gelassen und beruhigt werden. Eine Decke schützt vor dem Auskühlen. Wenn das Kind bewusstlos ist, soll man die Atmung überprüfen. Ist keine normale Atmung vorhanden, sollte sofort mit der Wiederbelebung – im Wechsel 30 Herzdruckmassagen gefolgt von zwei Beatmungen – begonnen werden. So lange reanimieren bis die Rettung eintrifft. Wenn das Kind bewusstlos ist und atmet, legt man es in die stabile Seitenlage.

“Eltern sind im Alltag sehr gefordert, einerseits sollen sie den Bewegungs- und Entdeckerdrang der Kinder nicht einschränken, anderseits müssen sie auf deren Sicherheit achten”, sagte Lerche. Sie empfiehlt das Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verunglückt alle 13 Minuten ein Kind in der elterlichen Wohnung.

(APA, Red.)

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