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Nach Hitze-Tod eines Rekruten: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach dem Hitze-Tod eines 19-jährigen Rekruten wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
Nach dem Hitze-Tod eines 19-jährigen Rekruten wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. ©APA (Sujet)
Die Staatsanwaltschaft Krems ermittelt nach dem Tod eines 19-jährigen Rekruten der Garde in Horn wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen.
Soko ermittelt
Todesursache steht fest
Erste Ergebnisse
Rekrut gestorben

Auf fahrlässige Tötung (§ 80 StGB) steht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen. Fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (§ 81 StGB) wird mit bis zu drei Jahren bestraft. Derzeit wird noch gegen unbekannt ermittelt, sagte die Leiterin der Anklagebehörde, Susanne Waidecker, am Mittwoch.

19-jähriger Rekrut an Überhitzung gestorben

Der Rekrut war laut dem vorläufigen Obduktionsergebnis an Überhitzung des Körpers gestorben. Vorbehaltlich weiterer Untersuchungen gebe es keinen Hinweis auf eine relevante bakterielle Erkrankung des Grundwehrdieners, hatte Franz Hütter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Krems, am Dienstagnachmittag mitgeteilt. Die Überhitzung des Körpers habe zu Herzstillstand geführt. Etwaige Vorerkrankungen des Rekruten werden laut Hütter noch untersucht.

Ermittelt wird in dem Fall nicht nur seitens der Staatsanwaltschaft. Das Bundesheer hat nach Angaben vom Dienstagabend eine Untersuchungskommission eingesetzt, die von Hans Rathgeb, Präsident des Landesgerichts Salzburg und Brigadier der Miliz, geleitet wird. Dies deshalb, “um größtmögliche Transparenz und Offenheit sicherzustellen”, sagte Generalleutnant Franz Reißner, Kommandant der Landstreitkräfte. Hans Rathgeb traf am Mittwoch, 9. August, in Horn ein und nahm seine Arbeit auf.

Sonderkommission ermittelt

Eine Sonderkommission soll zudem sämtliche relevanten Ausbildungsvorschriften im Bundesheer überprüfen. Ihr steht Generalleutnant Günter Höfler vor, Leiter der österreichischen Militärvertretung Brüssel.

Das Bundesheer werde alles unternehmen, die Ursachen für den Tod des jungen Soldaten “lückenlos und transparent aufzuklären. Das ist für mich oberstes Gebot”, betonte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Dienstagabend in einer Aussendung. Rathgeb habe “sämtliches Pouvoir, für vollständige Aufklärung zu sorgen”. Vorverurteilungen seien nicht angebracht.

Parlamentarische Kommission begrüßt Maßnahmen

Die parlamentarische Bundesheerkommission begrüßt die von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) getroffenen Maßnahmen nach dem Tod eines Rekruten der Garde in Horn. Die beiden eingesetzten Untersuchungsstellen hätten eine “hohe Glaubwürdigkeit”, sagte der amtsführende Vorsitzende Michael Hammer (ÖVP) am Mittwoch zur APA. Selbst wolle man die Öffentlichkeitsarbeit verstärken.

Auch die parlamentarische Bundesheerkommission bedauerte den Vorfall sehr, der nun von zwei eingesetzten Stellen untersucht werden soll. Auch die Besetzung mit Hans Rathgeb, Präsident des Landesgerichts Salzburg und Brigadier der Miliz, stieß auf Zustimmung. Nun gehe es darum, mögliche systemische Fehler in der Ausbildung zu finden und sich zu fragen, ob Märsche bei so hoher Temperaturen überhaupt notwendig seien.

Hammer hofft, dass der Vorfall durch die beiden von Doskozil eingesetzten Untersuchungsinstanzen lückenlos aufgeklärt werden kann. Zwar sei auch die parlamentarische Bundesheerkommission mit dem Fall befasst, allerdings wolle man erst einmal die Ergebnisse abwarten. Wirkliche Untersuchungen werde man nur dann anstellen, sollte auch danach näherer Aufklärungsbedarf bestehen, sagte Hammer. Derzeit gebe es keinen Anlass.

Auch Kritik an Methoden in der Grundausbildung, die etwa Angehörige von Grundwehrdienern geäußert hatten, nimmt die parlamentarische Bundesheerkommission laut deren Vorsitzenden ernst. Immerhin sei ja auch Ziel, die Attraktivität des Grundwehrdienstes zu erhöhen. Hammer appellierte an Betroffene, die Möglichkeit der Beschwerde wahrzunehmen, Vertraulichkeit werde zugesichert. Um dies zu forcieren, werde nun auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt.

(APA/Red)

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