Nach Deutschland-Absage: So erlebten die ÖFB-Profis das Testspiel gegen die Schweiz

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Marko Arnautović im Duell Klubkollege Xherdan Shaqiri.
Marko Arnautović im Duell Klubkollege Xherdan Shaqiri. - © APA/Georg Hochmuth
Kurz nachdem das Freundschaftsspiel Deutschland gegen die Niederlande wegen Terrorgefahr abgesagt worden war, testete die österreichische Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Ein mulmiges Gefühl konnten auch unsere Teamspieler nicht leugnen.

Kurz vor ihrem Kräftemessen mit der Schweiz hat die österreichische Nationalmannschaft am Dienstag von der Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden erfahren. Die Terrorgefahr ist dem Fußball nach den Anschlägen von Paris so nahe wie lange nicht. Auch im Ernst-Happel-Stadion wurde es ein emotionaler Abend – nicht nur wegen der intonierten französischen Nationalhymne.

Die Vorfälle in Hannover hatten sich auch nach Wien herumgesprochen. “Ich habe das kurz vor dem Spiel gehört und mir dann auch Gedanken gemacht”, sagte ÖFB-Teamchef Marcel Koller. Er musste seinen Fokus aber wie die Mannschaft auf das Duell mit seinen Landsleuten legen.

“Trotz der Tragödie von letztem Freitag und dem, was in Deutschland passiert ist, haben wir uns hundertprozentig auf das Spiel konzentriert”, erklärte Abwehrchef Aleksandar Dragović. “Das muss man, wir sind Profis.”

Betroffen, aber: “Falsches Zeichen, wenn man sich einschüchtern lässt”

Spurlos vorbei gehen die Vorfälle aber auch an ihnen nicht. “Das nimmt man schon wahr”, sagte ÖFB-Kapitän Christian Fuchs über die Absage. Die Teams von Österreich und der Schweiz – zu Spielbeginn für eine Schweigeminute am Mittelkreis vereint – hätten gezeigt, dass alle zusammenstehen. “Was wir machen können, ist normal weiter leben. Es wäre das falsche Zeichen, wenn man sich einschüchtern lässt.”

Schade, dass unsere Serie heute gerissen ist. Wir müssen uns der Schweiz leider mit 1:2 geschlagen geben. Toll gekämpft! #autsui

Posted by Das Nationalteam on Dienstag, 17. November 2015

Ähnlich sah es Julian Baumgartlinger: “Die Weltgemeinschaft muss Zusammenhalt zeigen und gemeinsam gegen dieses Problem vorgehen”, meinte der Mittelfeldspieler von Mainz 05. “Wir sind alle ziemlich betroffen”, ergänzte Marko Arnautović. “Die Menschheit ist betroffen, der Sport auch. Was wir aus Deutschland gehört haben, war auch nicht schön.”

Arnautović: “Wenn wir zusammenstehen, dann passt das”

Am Wochenende wird in Deutschland wieder Bundesliga-Fußball gespielt. Mehr als die Hälfte der ÖFB-Teamspieler ist bei Klubs im nördlichen Nachbarland engagiert. “Die Sicherheitsmaßnahmen sind extrem, die Leute machen einen guten Job”, sagte Arnautović. Daher habe man sich auch in Wien auf Fußball konzentrieren können. “Ein großes Lob auch an die Sicherheitsleute.”

Unter den 27.600 Zuschauern im Wiener Prater war alles ruhig – laut Polizeiangaben sogar “ruhiger als ruhig”. Die Stimmung war aber etwas ungewohnt, anders als bei den ausgelassenen Partys in der EM-Qualifikation. Und das hatte nur bedingt mit der 1:2-Niederlage der Österreicher zu tun.

“Wir sollten nicht die Köpfe hängen lassen”, meinte Arnautović. “Natürlich gibt es Trauer, wir waren alle schockiert. Aber es geht weiter. Die Leute sollen keine Angst zeigen und mit Spaß weiter leben. Wenn wir zusammenstehen, dann passt das.”

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