Nach 2:2-Remis von Rapid gegen Mattersburg: Stimmen zum Spiel

Stephan Auer (SK Rapid Wien) nach dem Spiel am Samstag
Stephan Auer (SK Rapid Wien) nach dem Spiel am Samstag - © APA/EXPA/SEBASTIAN PUCHER
Laut den Rapid-Akteuren hat das unglückliche 2:2-Remis gegen den SV Mattersburg nicht die wahre Leistungsstärke des Rekordmeisters zum Start der neuen Saison der Fußball-Bundesliga wiedergegeben. Hier die Stimmen zum Spiel.

“Das kann man jetzt nicht als Maßstab für die nächsten Spiele hernehmen”, meinte Maximilian Wöber. Im Zentrum der Analysen stand Stürmer Joelinton, der sein Team durch ein Blackout früh geschwächt hatte.

Rapid-Trainer Goran Djuricin: “Extrem ärgerlich”

“Es tut mir leid für die Fans, es tut mir leid für uns alle. Es ist für jeden Beteiligten extrem ärgerlich”, fasste Rapid-Trainer Goran Djuricin nach einem Spiel bei vor allem zu Beginn drückender Hitze im Allianz Stadion zusammen. Seine Mannschaft ging in Unterzahl durch Stephan Auer in Führung, nach der Pause legte Wöber per Kopf das 2:0 nach. Erst in der Schlussphase kam der Einbruch, Mattersburg schlug binnen fünf Minuten zweimal zu.

Die Szene der Partie ereignete sich kurz vor 16.30 Uhr: Nachdem Michael Novak Joelinton umgeschnitten hatte, trat der 20-jährige Brasilianer mit geringem Kraftaufwand gegen den Kärntner im Mattersburg-Dress nach. Dafür gab es von Referee Markus Hameter nach 23 Minuten die Rote Karte. “Aufgrund seines Alters kann man einmal ein Auge zumachen”, sagte Djuricin. “Aber er wird daraus lernen, und das wird ihm nicht ein zweites Mal passieren.”

“Das letzte Drittel haben wir schlecht bespielt”

Dabei handelte es sich bereits um den zweiten Ausschluss von Joelinton in seiner Rapid-Zeit. Am 12. Februar hatte die Hoffenheim-Leihgabe im 320. Wiener Derby gegen die Austria wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen, damals allerdings erst in der Schlussphase. Rapid kassierte in der 94. Minute durch Lukas Rotpuller den Ausgleich zum 1:1.

Diesmal sei Rot mitentscheidend, aber nicht der einzige Faktor für das enttäuschende Remis gewesen. “Das letzte Drittel haben wir schlecht bespielt, sonst waren wir zu zehnt fußballerisch eigentlich besser als zu elft”, befand Djuricin und erklärte: “Ich glaube, dass dann jeder irgendwie glaubt, man muss jetzt noch mehr laufen und noch konzentrierter sein.” Auch Auer meinte, dass man mit einem Mann weniger “richtig gut Fußball gespielt” habe.

Rapid-Abwehr gegen Mattersburg extrem gefordert

Wöber gab sich indes überzeugt, dass das Resultat ein anderes gewesen wäre, wenn die Hütteldorfer 90 Minuten mit elf Mann bestritten hätten. “Die ersten 20 Minuten ist es normal, dass man vor allem beim ersten Spiel sich irgendwo rantasten muss”, gab der Innenverteidiger zu Protokoll. Kraft und Konzentration hätten angesichts der Hitze zwangsläufig nachgelassen.

In der zweiten Hälfte war die Rapid-Abwehr extrem gefordert, als Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner mit Stefan Maierhofer, Smail Prevljak, Markus Pink und Patrick Bürger vier gelernte Mittelstürmer aufbot. “Irgendwann lässt du dann einmal Chancen zu, und die Toren waren dann auch unglücklich”, erläuterte Wöber. Daher könne man das Match “nicht als Maßstab für die nächsten Spiele und als gescheiterten Saisonbeginn hernehmen”.

Baumgartner: “Es ist wie ein gefühlter Sieg für uns”

Beim Gegner herrschte ungeteilte Freude über den Punkt. “Es ist wie ein gefühlter Sieg für uns”, jubelte Baumgartner. “Wir wollten nicht verlieren gegen Rapid zum Start, das ist uns geglückt. Wir haben das Ziel erreicht, mit sehr viel Aufwand, mit sehr viel Moral. Das muss auch weiterhin eine Stärke von uns sein.”

Einer der Schlüssel zum Erfolg war wieder einmal Sturmtank Maierhofer, der gegen seinen Ex-Club seinen 50. Bundesliga-Treffer machte. 107 Einsätze brauchte der “Major” dafür. “Für das, dass ich nicht Fußballspielen kann, ist die Quote ganz in Ordnung”, bemerkte der Niederösterreicher, der in knapp drei Wochen seinen 35. Geburtstag feiert. “Wir sind mit ihm schon ein Risiko gegangen, als wir ihn verpflichtet haben. Er ist auch davor anderen Vereinen angeboten worden, die haben das abgelehnt”, sagte Baumgartner. Für Mattersburg hat sich das Risiko bisher bezahlt gemacht.

(apa/red)

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