Myanmar: Tierschützer bauen Zentrum für Ex-Arbeitselefanten

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Die Dickhäuter sollen auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden
Die Dickhäuter sollen auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden - © APA (VIER PFOTEN)
Exportverbote und Abholzungsbeschränkungen haben in Myanmar dazu geführt, dass rund 1.000 Arbeitselefanten in der Teak-Industrie ohne Beschäftigung dastehen. Damit die Tiere nicht getötet werden oder als Tourismusattraktionen dienen müssen, hat die Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” mit dem Bau eines der größten Elefantenschutzzentren Südostasiens begonnen.

In dem 17.000 Hektar großen “Elephants Lake” in der Region Bago werden Tierärzte und Experten die ehemaligen Arbeitselefanten sowie verletzte oder verwaiste wilde Elefanten betreuen und auf das Leben in Freiheit vorbereiten. Ende 2018 sollen die ersten Tiere in das Schutzzentrum einziehen, gab die Tierschutzorganisation am Montag bekannt.

Rund 2.900 der knapp 5.000 Arbeitselefanten in Myanmar sind den Angaben zufolge im Besitz der staatlichen Forstbetriebe, der Rest in privaten Händen. Seit Jahrzehnten seien die teilweise schwer misshandelten Tiere gemeinsam mit Holzfällern in den Wäldern unterwegs, um beim Fällen und Tragen von Baumstämmen zu helfen. Die Einführung strenger Umweltschutz-Regulierungen habe die Nachfrage nach Teak jedoch zurückgedrängt und damit rund 1.000 Elefanten arbeitslos gemacht.

“Es klingt hart, aber für ihre Besitzer sind die Elefanten nun unbrauchbar und obendrein eine finanzielle Belastung. Die Tiere werden entweder getötet oder an die Tourismusindustrie verkauft. Elefantenreiten gehört leider noch bei vielen zum Urlaubsvergnügen dazu. Den Tod oder einen ebenso grausamen Karrierewechsel haben die gefährdeten Dickhäuter nicht verdient. In unserem ersten Elefantenschutzzentrum in der Bago Region sollen sich die Tiere von den Strapazen der Vergangenheit erholen und im Idealfall wieder ausgewildert werden”, sagte der Tierarzt Amir Khalil, Leiter des Pilotprojekts.

“Elephants Lake” soll eine der größten Elefantenstationen Südostasiens werden. Auf einer Fläche von 17.000 Hektar sollen in Gefangenschaft lebende, aber auch wilde Elefanten in den artgemäßen Gehegen Zuflucht finden, erklärte “Vier Pfoten” als Betreiber des Zentrums. Die Population des Asiatischen Elefanten, des zweitgrößten Landtiers der Welt, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten mehr als halbiert, erläuterte die Tierschutzorganisation unter Berufung auf die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources).

In Myanmar gebe es nur noch 2.000 wilde Elefanten, wöchentlich falle mindestens ein Tier Wilderern zum Opfer. Auf dem Gelände werde deshalb auch ein Waisenhaus für Babyelefanten und Jungtiere sowie eine Krankenstation mit einer mobilen Klinik gebaut. Ziel des “Vier Pfoten”-Projekts ist die Zusammenführung von neuen Herden sowie die anschließende Auswilderung der Tiere in das angrenzende North Zar Ma Yi Waldschutzgebiet.

Mit dem Bau von “Elephants Lake” wurde am 1. Mai begonnen. Das Ministerium für Umweltschutz und Forstwirtschaft von Myanmar hat nach Angaben der Tierschutzorganisation das Land zur Verfügung gestellt, der staatliche Forstbetrieb “Myanmar Timber Enterprise” wird sich um die Vermittlung von Elefanten kümmern. Die NGO “Mingalar Myanmar” übernimmt die Aufklärung der Betreuer der Arbeitselefanten. “Unser Elefantenschutzzentrum ist ein Pionierprojekt in punkto Erhaltung von Tieren und Wäldern. Langfristig schaffen wir gemeinsam mit unseren lokalen Partnern neue, höhere Standards für Tierschutz und umweltfreundlichen Ökotourismus. Abhängig von der Regenzeit planen wir den Einzug der ersten fünf bis sechs Elefanten Ende 2018. In den nächsten zehn Jahren sollen bis zu 300 Elefanten bei ‘Elephants Lake’ rehabilitiert werden”, sagte “Vier Pfoten”-Präsident Heli Dungler.

(APA)

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