My First Lady – Trailer und Kritik zum Film

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My First Lady – Trailer und Kritik zum Film
Er ist stets für Witze und Tanzeinlagen in Late-Night-Shows zu haben, sie sang neulich Karaoke im Auto von Komiker James Corden: Mit Barack und Michelle Obama verlässt im Jänner das lässigste Paar in der Geschichte von US-Präsidenten und First Ladies das Weiße Haus.

Die charmante Romanze “My First Lady” rekreiert nun das erste Date im Kino.

My First Lady – Die Handlung

Das Vorhaben von US-Regisseur Richard Tanne klingt auf den ersten Blick obskur, vielleicht sogar ein wenig anmaßend: Anhand biografischer Details und einer regen Fantasie hat der 31-Jährige in “Southside with you”, so der Originaltitel des Films, seine Vorstellung des ersten Obama-Rendezvous inszeniert. Ihm kam zugute, dass die Obamas stets sehr offen über ihre Romanze und anhaltende Verliebtheit sprechen. “Er hat alle Register aufgefahren”, erzählte Michelle in einem Interview über die erste Verabredung, die sich über einen ganzen Tag erstreckte. “Er war hip. Kulturinteressiert. Einfühlsam. Der Brunnen war eine gute Idee. Der Spaziergang war feinfühlig.”

Wobei das Date in jenem Sommer 1989 gar keines ist, wenn es nach (Film-)Michelle Robinson geht: Für die 25-jährige Absolventin der Harvard Law School ist es ein zwangloses Treffen mit einem (ihr untergeordneten) Kollegen, dem 28-jährigen Barack Obama, Sommerpraktikant bei ihrer Chicagoer Anwaltskanzlei Sidley Austin. Zwar macht der verschmitzte Harvard-Jusstudent von Anfang an keinen Hehl heraus, dass er gedenkt, seine Vorgesetzte zu erobern. Als Anwaltsgehilfin im zweiten Jahr will sich die pflichtbewusste, ehrgeizige Afroamerikanerin aber nicht “mit dem ersten süßen, schwarzen Praktikanten einlassen, der durch die Tür kommt” und damit Aufstiegschancen verbauen. “Du findest mich süß?”, entgegnet ein siegessicherer Barack, und die Charmeoffensive beginnt.

Barack hat nämlich so einiges in petto: Gemeinsam gehen sie in eine Ausstellung afroamerikanischer Kunst im Art Institute of Chicago mit, essen Sandwiches im Garten des Museums, trinken auf dem Dach des John Hancock Gebäudes, sehen Spike Lees “Do the Right Thing” im Kino, essen Eis und nehmen einen langen Spaziergang entlang der Michigan Avenue. Im Zentrum aber steht eine Gemeindeversammlung im ärmeren Süden Chicagos, wo sich die schwarze Community von den Behörden um ein Gemeindezentrum betrogen fühlt. Als Barack das Wort ergreift, blitzt der eloquente, um Verbindung gemeinsamer Interessen bemühte Politiker hervor. Sein Publikum ist besänftigt, motiviert – und Michelle beeindruckt.

My First Lady – Die Kritik

Parker Sawyers verkörpert den späteren US-Präsidenten mit einer ansteckenden Energie, von der der junge Mann noch nicht ganz zu wissen scheint, wo er sie hinlenken soll. Tika Sumpter gibt den Counterpart, eine so kontrollierte wie verletzliche junge Frau, die weiß, was sie will, in einer Wirtschaftskanzlei, für deren Sache sie nicht steht, aber festzustecken scheint. Als die beiden erkennen, dass sie tief im Inneren für die gemeinsame Sache kämpfen, blüht sie auf, die Romanze.

Es macht Freude, den beiden zuzusehen, wie sie sich im Laufe dieses bunten Tages ineinander verlieben, die Motive und Werte des jeweils anderen abprüfen. Tanne bleibt stets nah an seinen Protagonisten, schafft versteckte Blicke und Gesten, stattet die Figuren in seinem humorvoll wie pointiert verfassten Drehbuch mit einer greifbaren Vergangenheit und einer uns bekannten Zukunft aus, fängt ein, was sie besonders macht, ohne sie zu verherrlichen. Durch die Kulisse des sonnendurchfluteten, belebten Chicago und popkulturellen Referenzen aus dem Sommer 1989 sowie der prägenden Jugendzeit der Obamas wird “My First Lady” zu einer runden, mit 80 Minuten angenehm kompakten Sache.

>> Alle Filmstartzeiten zu “My First Lady”

(APA)

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