MuTh: Konzertsaal der Wiener Sängerknaben eingeweiht

Am Dienstagabend fand das erste Konzert im neuen Konzertsaal "MuTh" statt.
Am Dienstagabend fand das erste Konzert im neuen Konzertsaal "MuTh" statt. - © APA
Die inoffizielle Einweihung des “MuTh” fand am Dienstagabend statt. Mit einem Konzert des Schubert-Chors unter Kapellmeister Oliver Stech bedankten sich die Sängerknaben bei allen, die am Bau des Saals beteiligt waren. Architekten, Bauarbeiter, Aufseher und andere waren mit Begleitung gekommen, um selbst zu hören, wie es klingt, wenn nicht Baumaschinenlärm, sondern Kinderstimmen den Saal füllen.

Der Saal – und auch der Saal-Dienst – hat seine ersten Bewährungsproben (tags davor war mit einem kleineren Konzert bereits Geldgebern gedankt worden) glänzend bestanden. Schon zehn Tage vor seiner offiziellen Eröffnung am 9. Dezember mit einem von Franz Welser-Möst geleiteten Konzert der Wiener Philharmoniker und der Sängerknaben ist der Innenausbau abgeschlossen. Die aus einem einzigen Nussbaum geschnittenen Paneele der Verkleidung verleihen dem inklusive Balkon knapp 400 Sitzplätze fassenden Saal gemeinsam mit der roten Bestuhlung eine warme, einladende Atmosphäre. Die aufwendige Ton- und Lichttechnik funktionierte bereits tadellos. Die Akustik scheint bestens, und die kantige, unregelmäßige Linienführung der Wände unterscheidet sich wohltuend von anderen, an überdimensionale “Schuhschachteln” erinnernden Sälen. “Es hat über 10 Jahre gedauert, aber es hat sich gelohnt. Es sieht genauso aus, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir sind sehr zufrieden”, versicherte Architekt Michael Lawugger vom planenden Architekturbüro archipel.

Neuer Saal für die Sängerknaben

Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Kraus und dem künstlerischen Leiter der Wiener Sängerknaben Gerald Wirth betätigte sich Lawugger, 1974-78 als Sängerknabe Klassenkollege von Wirth, auch als Vorsänger eines gemeinschaftlichen Chor-Singens mit dem Saal-Publikum, mit dem gleich auch die Saal-Akustik ausgetestet wurde. “Na, das klingt ja sehr schön”, kommentierte Wirth nach einem vielstimmigen “Es wird scho glei dumpa”, gefolgt von “Adeste Fideles”. Konzertsaal-Geschäftsführerin Elke Hesse freute sich über die “großartige” Darbietung: “Ich darf Sie bitte in einem Jahr wieder engagieren?” Aber eigentlich hat Hesse schon vor dem offiziellen Start keinerlei Problem, den Saal mit Programm zu füllen: “Wir haben schon viele Partner – mehr als wir eigentlich unterbringen können.” In den ersten Wochen nutzen unter anderem das Wiener Kindertheater und der Dschungel Wien die neue Location.

MuTh wurde gelobt

Viel Lob gab es gestern für die beteiligten Firmen und Arbeiter. “Ich habe durch diese Baustelle den Glauben an das solide Handwerk wiedergewonnen”, meinte Roland Tscherne, der Technische Leiter des MuTh. Und auch Gerald Wirth sprach von einem “geschichtsträchtigen Tag für die Wiener Sängerknaben”. Schließlich waren bis zur Realisierung des Bauprojekts nicht nur viele Jahre des Planens vergangen, sondern auch viele Proteste von Anrainer-Initiativen zu überstehen gewesen. Finanziert wurde das 15 Mio. Euro teure neue Gebäude durch den privaten Investor Peter Pühringer. Nach dem Auftakt-Konzert samt Tag der Offenen Tür am 9. Dezember gibt es am 12. Dezember ein erstes Weihnachtskonzert der Wiener Sängerknaben im neuen MuTh. (APA)

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