Muse live in Wien: Reizüberflutung auf höchstem Niveau

Von Amina Beganovic
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Muse live: Matt Bellamy und seine Mannen tobten sich in Wien aus.
Muse live: Matt Bellamy und seine Mannen tobten sich in Wien aus. - © EPA
Sie sind keine Herren der großen Worte, dafür des großen Spiels: Bombastisch und imposant präsentierte sich die britische Band Muse am Montagabend in der Wiener Stadthalle. Bei ihrem Besuch hatten sie ein brandneues Album mit im Gepäck – und natürlich viele, viele bunte Lichter.

Matt Bellamy, Christopher Wolstenholme und Dominic Howard kann man vieles nachsagen, nur eines nicht: Bescheidenheit. Mit einem eindrucksvoll-bombastischen Kaleidoskop an Lichteffekten und Farben machten Muse im Rahmen ihrer derzeitigen UK- und Europa-Tour am Montag Halt in Wien.

Und die Anhänger kamen in Scharen, zwar war die Stadthalle nicht restlos ausverkauft, dennoch platzte der Stehparterre nahezu aus allen Nähten. Schließlich hieß es um 21.00 Uhr „Muse o’clock“ (ein Begriff, den der Frontmann der Vorgruppe „Everything Everything“ an dem Abend prägte – leider erntete die britische Indie-Rock-Band dafür nur mäßigen Applaus).

Muse On Stage: Ein gewohntes Lichtspektakel

Schließlich betraten die drei Könige der musikalischen Inszenierung die Bühne der Wiener Stadthalle. Muse gaben sich, abgesehen von einem „Hello Austria!“ hier und einem „Dankeschön“ seitens Bellamy dort, gewohnt wortkarg. Die Kult-Band ist nicht für ihre Gesprächigkeit vor Publikum bekannt – dafür umso mehr für die unerschöpfliche Trickkiste an Effekten und Visuals, die ihre Live-Shows schon fast legendär machen.

Die Fans bekamen, was sie sich erhofften: Buntes Geblinke auf, über und vor der Bühne, Laserstrahlen bis in jeden Winkel der Stadthalle und eine gigantische LED-Pyramide, die, von der Decke schwebend, Animationen und – natürlich – noch mehr farbenfrohe Lichter zeigte.

Muse lieferten Neues und Altbewährtes

In Sachen Songs präsentierten Muse nicht minder stolz einige Single-Auskopplungen ihres neuen Albums „The 2nd Law“, unter anderem die Olympia-Elegie „Survival“ oder „Madness“ (bei der die Scheinwerfer aufs äußerste strapaziert wurden).

Alteingesessene Fans, die vielleicht den weniger elektronischen, sondern mehr rockigen Anfängen der Band nachseufzen, wurden jedoch nicht vergessen. Klassiker wie „Time’s Running Out“ oder „Stockholm Syndrome“ folgten auf bekanntere Nummern wie „Supermassive Black Hole“ oder „Resistance“

Wenig Emotionen, dafür „das Lied vom Tod“

Überraschungsmomente gab es, als Bassist Wolstenholme nach einer längeren Video-Sequenz auf einmal zur Mundharmonika griff, und einige Auftakte von „Spiel mir das Lied vom Tod“ ertönen ließ – bevor schließlich nochmal alle Kraftreserven hervorgeholt wurden für das Grande Finale mit „Starlight“ und, untermalt mit Rauch-Säulen, „Knights Of Cydonia“.

Wer Muse bereits live gesehen hat, wird erkennen, dass sich die Routine der Shows in den vergangenen Jahren nicht groß verändert hat – aufwendige Effekte, Lichter und Farben en masse, Bellamys Plexiglas-Flügel für die wenigen ruhigen Momente, animierte Leinwand-Sequenzen. Muse bringen nicht ihren authentischen Charakter, sondern eine futuristische Traumwelt auf die Bühne. Wer sich aber genau das erwartet und erhofft hat, wird nicht enttäuscht gewesen sein – und zufrieden auf einen ekstatischen Konzertabend zurückblicken können.

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