Muse als absolutes Highlight am zweiten Tag des Rock in Vienna

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The Hives (Bild), Incubus und Muse sorgten für Stimmung am zweiten Tag des "Rock in Vienna".
The Hives (Bild), Incubus und Muse sorgten für Stimmung am zweiten Tag des "Rock in Vienna". - © APA
Entspannt und gelassen wurde der zweite Tag am Rock in Vienna gefeiert. Den krönenden Abschluss setzten Muse mit einer gelungenen visuellen Show, nachdem The Hives und Incubus für Stimmung sorgten.

Unter strahlendem Sonnenschein und knappen 30 Grad drängten sich rund 25.000 Besucher auf das Festivalgelände auf der Wiener Donauinsel. Gab es am ersten Tag des Rock in Vienna noch kleinere chaotische Baustellen, so merkte man am Freitag die ersten Maßnahmen. Der Weg zum Eingang bzw. den Kassen war beschrieben, auch der Einlass verlief rascher.

Heiß und entspamnt auf der Donauinsel

Bei den Konzerten von Mayburn und Arcane Roots waren scheinbar nur eingefleischte Fans vor der Bühne anzutreffen, war das Grüppchen doch sehr überschaubar. Dennoch blieb die Stimmung bei Fans und Bands ungetrübt: “Danke, dass ihr so früh gekommen seid, um uns zu sehen. Was für ein verdammt schöner Tag”, meinte Arcane Roots-Sänger Andrew Groves.

Etwas voller wurde es, als Turbonegro in typisch schriller Aufmachung die Bühne betraten. Tony Sylvester führte ein wenig Smalltalk zwischen Stimmungsmachern wie “City of Satan” und “I got Erection” und hatte ein paar Späßchen auf Lager: “Wien hat das größte Übel überhaupt hervorgebracht .. Sigmund Freud”. Am Nachmittag tümmelten sich die Besucher aber noch vor den Essens- und Getränkeständen oder suchten unter Bäumen nach Schatten und genossen die Show lieber aus der Ferne.

Beinahe allen, Metal- wie Alternative-Fans, Recht machte es allerdings am späteren Nachmittag die kanadische Formation Danko Jones. Mit Rock’n’Roll-Einschlägen und launigen Texten wie etwa zu “First Date” und “Cadillac” sorgten sie bei inzwischen deutlich besser gefülltem Gelände für gute Stimmung und das eine oder andere Schmunzeln. Gefolgt wurden sie von der wesentlich theatralischeren Show der Symphonic-Metal-Gruppe “Within Temptation”, bei der allerdings kurz der hintere Teil des Geländes nicht mehr beschallt wurde.

The Hives machten Stimmung am “Rock in Vienna”

The Hives freuten sich sichtlich auf das Wiener Publikum, denn auch bei diesem Konzert ging Sänger Pelle Halmquvist auf Tuchfühlunge und verbrachte fast mehr Zeit im Publikum als auf der Bühne. Nebenbei schnappte er sich noch  Handys und eine Fotografenkamera, um selbst ein paar Selfies zu schießen. So richtig wollte die Stimmung dennoch nicht aufkommen “What the f*** is wrong with you?”, tönte es etwa einmal vom selbsternannten Entertainer. Zu den Hits “Walk Idiot”, “Tick Tick Boom” und “Go Right Ahead” wurde dann aber dennoch kräftig mitgetanzt.

Etwas sentimentaler wurde es im Anschluss mit Incubus. Abends bewegten sich die Massen dann doch gemächlich in Richtung Wavebreaker direkt vor die Bühne. Brandon Boyd schmetterte schon zu Beginn die Nummern “I Wish You Were Here” und “Anna Molly” und spielte danach auch die Trommeln, während er sich im Laufe des einstündigen Auftritts stückweise etwas mehr entblößte – sehr zur Freude der weiblichen Fans. Auch ein Vorgeschmack auf das neue Album wurde geliefert, wie mit dem Song “Absolution Calling”.  “Uns macht es immer viel Spaß, auf Festivals zu spielen. Das riesige Publikum und die ganzen anderen Bands”, erklärte Gitarrist Mike Einziger im Interview mit der APA.

Muse als krönender Abschluss des 2. Tages

Um 21.20 Uhr war es dann auch schon so weit, der Headliner des zweiten Festivaltages am Rock in Vienna betrat die Bühne: Muse. LED-Lämpchen auf der Bühne, auf dem Bass, auf der Gitarre: Hier wurde vor allem auf das Optische viel wert gelegt. Das visuelle Konzept des leicht Düsteren – meist in Grautöne getaucht und oft mit Kriegsoptik – zog sich dann durch die gesamten eineinhalb Stunden. Matthew Bellamy grüßte seine Fans mit einem aufmunternden “Hello Austria”,  und dann ging es auch schon gewohnt melodisch zur Sache. Als Opener wurde “Psycho” aus dem neuem Album Drones, das genau am 5. Juni 2015 erschien, geschmettert. Bei den Hits “Supermassive Black Hole”, “Hysteria”, “Stockholm Syndrom” und “Time is Running Out” stand dann auch der letzte Fan, der es sich zuvor noch auf dem Boden bequem gemacht hatte.  “Ick liebe dick, Wien”, kam es zwischendurch von der Bühne, bevor sich Bellamy erneut ans Klavier setzte.

Riesenluftbälle und ein Feuerwekr aus Papierluftschlangen setzten dem Auftritt dann noch das Sahnehäubchen auf, bevor die Fans mit den Zugaben “Uprising”, “Black Holes And Revelations” und “Knights of Cydonia” in Richtung Heimat entlassen wurde.

Zwar dürften sich die Veranstalter über einen gelungenen Festivaltag mit rund 25.000 Fans freuen, allerdings blieb die Stimmung etwas auf der Strecke. Erst beim Headliner schienen die Musikfreunde aus der Starre zu erwachen. Am Samstag werden noch weitere Rock-Größen wie Limp Bizkit und Kiss die Besucher zu begeistern versuchen.

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