Mottenschutzmittel schaden nicht nur Insekten

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Mottenschutzmittel schaden nicht nur Insekten
Noch ein, zwei Monate, dann kann man die dicken Wollpullover endlich „einmotten“. Damit sie im nächsten Winter nicht voller Löcher wieder auftauchen, setzen viele Menschen auf Mottenschutzmittel.

Das deutsche Verbraucherschutzmagazin Öko-Test hat 42 Produkte getestet und warnt: Erzeugnisse, die Motten und ihre Larven durch Gifte töten sollen, könnten nicht nur den lästigen Insekten schaden.

„Sehr gut“ oder „gut“ schnitten 28 Produkte ab – alle Klebefallen und fast alle vorbeugenden Mittel. Von Produkten mit Gift hingegen raten die Tester strikt ab. „Die Wirkstoffe, die man sich mit diesen Mottenpapieren, Sachets und Boxen ins Haus holt, sind auch für Menschen nicht unbedenklich, sie belasten außerdem die Raumluft“, so Öko-Test.

Das ist in den kritisierten Mitteln drin: In den meisten stecke Transfluthrin, das wie das ebenfalls gefundene Empenthrin bzw. Vaporthrin zur Gruppe der Pyrethroide gehört. Dabei handelt es sich um langlebige Nachbauten des Nervengiftes Pyrethrum, das in Chrysanthemen vorkommt. Außerdem wurde Chlorpyriphos festgestellt, ebenfalls ein Nervengift. In den USA wurde dieser Stoff für den Einsatz im Haushalt verboten. Auch Paradichlorbenzol stufen die Experten als hoch problematisch ein – der Stoff lagere sich im Fettgewebe an und sei möglicherweise Krebs erregend.

Viele Mittel halten Motten mit Duft fern. Lavendelöl, Zedernholz oder Zedernholzöl spielen eine wichtige Rolle. „Dass die Stoffe wirken, ist in Versuchen gezeigt worden. Eine absolute Garantie für Mottenfreiheit bieten sie allerdings nicht“, so die Tester. „Da die Produkte nicht unbedingt mit der Haut in Kontakt kommen und die Duftstoffe – wenn überhaupt – nur über die Kleidung auf die Haut gelangen, ist die Allergiegefahr vermutlich sehr gering.“

Klebefallen bewerte Öko-Test mit „sehr gut“. Sie ziehen Mottenmännchen mit Pheromon, einem Sexuallockstoff, an, die Tiere bleiben auf einem Klebestreifen haften. Das kann den Effekt haben, dass die Männchen getötet werden, bevor sie die Weibchen befruchten. Die Fallen seien aber in erster Linie zur Ermittlung und Überwachung des Befalls geeignet.

Giftfrei gegen Motten vorzubeugen, macht ein wenig mehr Mühe: Nur saubere, trockene Kleidung in den Kasten hängen. Wollmäntel gut auslüften. Motten lieben „Schrankleichen“ – was nie getragen wird, gehört ausgemistet. Den Kasten mindestens zwei Mal im Jahr putzen.

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