Mordprozess in Wiener Neustadt: 42-Jähriger soll Mutter erschlagen haben

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Nach einem Streit soll der 60-Jährige seine Mutter erschlagen haben.
Nach einem Streit soll der 60-Jährige seine Mutter erschlagen haben. - © APA (Sujet)
Ab Donnerstag kommender Woche wird am Landesgericht Wiener Neustadt im Fall eines 42-jährigen Niederösterreichers verhandelt, der am Dreikönigstag seine 60-jährige Mutter erschlagen haben soll. Die Staatsanwaltschaft sieht klar einen Mordfall. Verteidiger Rudolf Mayer kontert “Das ist ein Indizienprozess. Mein Mandant ist unschuldig.”

Der Prozess ist für zwei Tage anberaumt, ein Urteil sollte am 12. November gefällt werden. Der bisher unbescholtene Angeklagte bestreitet die Tat, es gibt auch keine Zeugen.

Mordprozess in Wiener Neustadt: Die Fakten

Die Ermittler fanden allerdings einige Kilometer vom Tatort entfernt in einem Gebüsch blutverschmutzte, halbverbrannte Kleidungsstücke, Schuhe und Tücher, die der Angeklagte getragen bzw. verwendet haben soll. Deshalb wird dem spurenkundlichen Gerichtsgutachten von DNA-Spezialistin Christa Nussbaumer in dem Verfahren eine tragende Rolle zukommen.

In der Anklageschrift liest man keine Zweifel an der Täterschaft des Langzeitarbeitslosen. Seit Jahren bei seiner Mutter lebend, soll er ein falsches Leben aufgebaut haben: “Übermäßiger Lebensstil” bei unzureichenden Einkommens- und Vermögensverhältnissen, über die der Mann nicht nur seine nächsten Verwandten, sondern auch seine Freundin belogen haben soll. Frauen gegenüber habe er sich als selbstständiger Programmierer mit eigener Wohnung ausgegeben. In Wahrheit wohnte er im “Hotel Mama” und habe sich von der Volksschulpädagogin aushalten lassen. Zum Schluss soll er sie auch noch fast um ihre ganzen Ersparnisse gebracht haben, indem er ihr vormachte, an einer lebensbedrohlichen Krankheit erkrankt zu sein und für angebliche Therapien dringend Geld zu brauchen.

Erfundene Krankheit womöglich Auslöser für Mord

Diese Lüge soll der Staatsanwaltschaft zufolge auch der Auslöser für den Mord gewesen sein. Am Abend des 6. Jänner soll es deswegen zu einem heftigen Streit zwischen Mutter und Sohn im Fahrradraum des Mehrparteienhauses gekommen sein. Dabei soll der Angeklagte ausgerastet sein, die 60-Jährige zu Boden geschlagen und mit einem kantigen Werkzeug fünf Mal wuchtig auf ihren Hinterkopf- und Nackenbereich eingedroschen haben.

Um sich selbst ein Alibi zu geben, soll der 42-Jährige danach in eine Pizzeria und zu einem Freund gefahren sein. Drei Stunden später “entdeckte” er die Bluttat und alarmierte den Notarzt, der dem Opfer aber nicht mehr helfen konnte.

(apa/red)

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