Mord: Freundin schwieg aus Angst

Mord: Freundin schwieg aus Angst
Der Prozess gegen den 52- jährigen Wiener, der im Februar 2006 einen 81 Jahre alten Pensionisten in räuberischer Absicht erschlagen haben soll, ist vertagt worden. Am 29. April sollen weitere Zeugen gehört werden.

Die 36-jährige Frau, die 2006 zusah, wie ihr damaliger Freund einen 81-Jährigen ermordete hatte drei Jahre lang aus Angst geschwiegen, ehe sie 2009 zur Polizei ging. Der 52-Jährige soll sie eingeschüchtert und mit dem Umbringen bedroht haben. Außerdem rechnete die gebürtige Ungarin, gegen die ein Aufenthaltsverbot bestand, beim Kontakt mit den Behörden mit ihrer umgehenden Abschiebung.

“Er hat zu mir gesagt, dass ich eigentlich tot sein müsste, weil ich die einzige Zeugin bin”, berichtete die 36-Jährige unter Wahrheitspflicht dem Schwurgericht. Der Angeklagte habe ihr wiederholt eingeschärft, dass es sie bzw. ihre Kinder das Leben kosten würde, sollte sie jemandem vom Überfall auf den Pensionisten in Wien-Döbling erzählen. Da habe sie geschwiegen: “Ich habe keine andere Möglichkeit gehabt. Ich habe Angst gehabt.” Außerdem habe sie weiter in Wien leben wollen, räumte die Frau ein.

Der Angeklagte hielt dem entgegen, dass er von der 36-Jährigen über Monate hinweg im Gefängnis besucht wurde, was doch nicht zur angeblich von ihm ausgehenden Gefährlichkeit passe. Die 36-Jährige verwies daraufhin auf ihr Abhängigkeitsverhältnis.

Wie schon im ersten Schwurprozess, ließ der 52-Jährige die darüber hinausgehenden gegen ihn vorliegenden Indizien – bei seiner Festnahme fanden sich ein Sparbuch und das Mobiletelefon des Toten in seinem Besitz, außerdem verkaufte er das Auto des 81-Jährigen in dessen Namen – nicht gelten. Er behauptete, das Auto von einem Unbekannten an einer Tankstelle am Praterstern zum Kauf angeboten bekommen zu haben. Da der Fremde nur 500 Euro verlangte, habe er zugeschlagen. Im Auto hätte er später das Sparbuch und das Handy gefunden, sagte der Angeklagte.

Um zu Geld zu kommen, habe er den Mazda 121 wenig später weiterverkauft und dazu den Namen von Kurt Z. benutzt, der auf den Zulassungspapieren ersichtlich war. “Das wird in der Branche so gemacht. Ich wollte nicht als Verkäufer aufscheinen wegen der Finanz und anderer Dinge”, meinte der 52-Jährige.

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