Moosbrugger neuer Präsident der Landwirtschaftskammer

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Der Vorarlberger Josef Moosbrugger
Der Vorarlberger Josef Moosbrugger - © APA
Der Vorarlberger Josef Moosbrugger (51) ist am Dienstagvormittag von den Präsidenten der Bundesländer-Landwirtschaftskammern zum neuen Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich gewählt worden. Er übernimmt das Amt vom Niederösterreicher Hermann Schultes, der seit 2014 diese Funktion innehatte. Erstmal kommt der LKÖ-Präsident aus Vorarlberg.

Moosbrugger stammt aus Dornbirn und bewirtschaftet dort mit seiner Familie einen Ackerbau- und Milchwirtschaftsbetrieb. Er ist Präsident der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und auch Vorarlberger ÖVP-Bauernbund-Chef. Er war seit 1999 Präsident der Landwirtschaftskammer im westlichsten Bundesland.

Die Landwirtschaftskammer-Präsidenten wählten am Dienstag auch weitere Funktionen in der Landwirtschaftskammer Österreich. Schultes ist nun Vizepräsident der LK Österreich, neben den bisher schon amtierenden Präsidenten Franz Eßl (LK Salzburg) und Franz Reisecker (LK Oberösterreich).

Die Präsidentin der Bundesarbeiterkammer, Renate Anderl, gratulierte Moosbrugger zur Wahl. “Ich freue mich schon auf gemeinsame Gespräche und die Zusammenarbeit in der Sozialpartnerschaft”, so Anderl.

Moosbrugger will beim EU-Budget für die Jahre 2021 bis 2027 keine Kürzungen für Österreichs Bauern bei den EU-Agrarförderungen akzeptieren. Sollte es dennoch zu einer Senkung der Förderungen kommen, sei ein Ausgleich über nationale Mittel, etwa via höherer Kofinanzierung, denkbar, sagte Moosbrugger im APA-Gespräch. “Ich gehe davon aus, dass vom Bundeskanzler und den österreichischen Verhandlern auch dementsprechend Rückgrat gezeigt wird, dass das bisherige Geldvolumen auch in Zukunft für die österreichischen Bauernfamilien zur Verfügung steht”, so der neue Landwirtschaftskammer-Präsident.

Laut aktuellem Entwurf soll das Budget für die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) von 408 Mrd. Euro in der aktuellen Periode auf 365 Mrd. Euro im der Periode 2021 bis 2027 sinken. Die Gelder für die Ländliche Entwicklung sollen von knapp 96 auf knapp 79 Mrd. Euro sinken. Die Direktzahlungen sollen von 312 auf 286 Mrd. Euro sinken. Nach Berechnungen des Landwirtschaftsministeriums würde dies einen Gesamtverlust von mehr als 10 Prozent bei den Direktzahlungen und der Ländlichen Entwicklung für die heimischen Bauern und andere Förderbezieher bedeuten. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), der ÖVP-Bauernbund, FPÖ, Grüne, Liste Pilz und die Landwirtschaftskammer bezeichneten den Budgetentwurf für die EU-Agrarpolitik zuletzt als inakzeptabel.

Ein aktuelles Problem für die Bauern in Österreich ist der Mangel an ausländischen Erntehelfern. Ursprünglich habe man beim damaligen Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) für 2018 ein Kontingent von 4.000 Arbeitskräften beantragt, aber nur 2.500 bewilligt bekommen. Es fehlen mindestens 750 Personen, so Moosbrugger. Man sei in Gesprächen mit dem Ministerium und sei “für verschiedene Modelle offen”. Für viele osteuropäische Arbeitskräfte ist die Arbeit in Österreich als Erntehelfer nicht mehr so lukrativ, weil in anderen Ländern höhere Löhne bezahlt werden oder man am eigenen Arbeitsmarkt feste Stellen gefunden hat.

(APA)

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