Montenegro: Ursache Bremsversagen?

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Montenegro: Ursache Bremsversagen?
Bremsversagen könnte das schwere Zugunglück in Montenegro verursacht haben. Darauf deuteten erste Berichte hin, sagte Innenminister Jusuf Kalamperovic. Die Zahl der Toten belief sich nach Regierungsangaben auf 44.

198 Menschen erlitten Verletzungen, darunter 90 Kinder. Die Rettungskräfte suchten am Dienstag in den Trümmern des in eine Schlucht gestürzten Zuges nach weiteren Opfern. Der stellvertretende Ministerpräsident Miroslav Ivanisevic sprach vom schwersten Zugunglück in der Geschichte Montenegros.

Der verletzte Lokführer wurde festgenommen, ihm wird Fahrlässigkeit vorgeworfen. Der Mann musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Verkehrsminister Andrija Lompar erklärte seinen sofortigen Rücktritt. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Gesundheitsminister Miodrag Pavicevic erklärte am Dienstagnachmittag, die Zahl der Toten sei auf 44 gestiegen. 13 Verletzte schwebten in Lebensgefahr, darunter ein Kind. Insgesamt seien noch 32 Kinder in Krankenhäusern.

Eine 17-Jährige brachte in der Klinik einen Buben zur Welt, nachdem wegen ihrer Verletzungen die Wehen vorzeitig eingesetzt hatten. Vor dem Krankenhaus versammelten sich Angehörige, um die Toten zu identifizieren. „Ich habe in dieser Tragödie mein ganzes Leben verloren“, sagte der 50 Jahre alte Radomir Cobarkapa. Seine Frau und sein Sohn wurden getötet, zwei weitere Kinder verletzt.

Der Zug war mit mindestens 250 Reisenden besetzt, viele von ihnen Kinder auf der Rückfahrt von einem Ski-Ausflug, als er am Montagnachmittag entgleiste und in eine 100 Meter tiefe Schlucht stürzte. Der Unfall ereignete sich bei Bioce, einem 15 Kilometer nordöstlich von Podgorica gelegenen Dorf, kurz nach der Ausfahrt aus einem Tunnel. Der Zug war auf dem Weg von Bijelo Polje im Nordosten in die an der Adriaküste gelegene Stadt Bar.

„Der Zug fuhr wie verrückt, völlig außer Kontrolle“, sagte ein Fahrgast, der die Katastrophe verletzt überlebte. „Am schlimmsten war es für die Leute in den vorderen Wagen.“ Präsident Filip Vujanovic machte sich an Ort und Stelle einen Eindruck von dem Unglück und den Bergungsarbeiten.

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