Monsieur Pierre geht online – Trailer und Kritik zum Film

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Monsieur Pierre geht online – Trailer und Kritik zum Film
Pierre ist ein einfühlsamer Mann. Doch weil der Franzose schüchtern ist und kaum das Haus verlässt, sucht er im Internet nach einer neuen Bekanntschaft. Beim Onlinedating lernt er die junge Flora kennen, die von seinen gefühlvollen Texten begeistert ist. Was nach einem typischen Beziehungsanfang im Internet-Zeitalter klingt, hält in “Monsieur Pierre geht online” Tücken bereit.

Denn was Flora nicht weiß: Pierre ist ein 79 Jahre alter Mann – und nicht der 30-jährige, brünette Schönling auf seinem Profilbild. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf. Für “Monsieur Pierre geht online” arbeitete der französische Regisseur Stephane Robelin nach “Und wenn wir alle zusammenziehen?” erneut mit Pierre Richard zusammen. Die Schauspiellegende (“Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh”) ist mittlerweile 82 Jahre alt – es ist aber vor allem Richards Darstellung zu verdanken, dass diese Komödie zu einem charmanten Verwechslungsspiel wird.

Monsieur Pierre geht online – Die Handlung

Pierre ist ein kauziger Witwer, der seine zugestaubte Pariser Wohnung nicht mehr verlässt. Strähnige Haare, weißer Vollbart, Wollpulli. Tagsüber schaut er sich Dia-Aufnahmen seiner verstorbenen Frau an, isst Dosenravioli und nippt an einem Whiskeyglas. Seine Tochter Sylvie (Stephane Bissot) kann das nicht mitansehen und verordnet ihm einen PC-Crashkurs. Alex (Yaniss Lespert), der neue Freund ihrer Tochter, soll Pierre mit Nachhilfe in Sachen Computer ein bisschen Ablenkung in den Alltag bringen.

Alex ist ein träger, arbeitsloser Schriftsteller, der immer Geld gebrauchen kann. Widerwillig erklärt er sich deshalb bereit, dem Alten PC-Unterricht zu geben. Doch bei einer Einführung in Maus und Word bleibt es nicht. Denn Pierre meldet sich heimlich bei einem Datingportal an. Auch ältere Menschen haben schließlich ein Bedürfnis nach Liebe und Leidenschaft, das hatte Robelin schon in “Und wenn wir alle zusammenziehen?” gezeigt.

Monsieur Pierre geht online – Die Kritik

Liebe und Sex im Alter – bei Robelin hat das oft ulkige Züge. Etwa, wenn Pierre versucht, ein analoges Foto in seinen Laptop zu schieben, um sein Dating-Profil zu befüllen. Eine Szene, in der der Film wie auch an anderen Stellen ins Klischeehafte abdriftet. Es ist daher besonders den herausragenden Schauspielern zu verdanken, dass das nicht allzu sehr stört. Denn wo die Geschichte übertrieben ist, üben sich die Darsteller in wohltuender Zurückhaltung.

Es bleibt spannend: Nachdem Pierre realisiert hat, dass er Flora (Fanny Valette) online etwas zu viel vorgelogen hat, überredet er Alex mit Geld, für ihn einzuspringen. Er soll beim ersten Date “Pierrot98”, das Online-Alias des Pensionisten, spielen. Nach wie vor mittellos, willigt Alex in die Maskerade ein. Auch er kann dem Charme Floras dann nicht lange widerstehen. Die beiden ungleichen Herren werden zu Rivalen um die Gunst der jungen Frau. Pierre allerdings weiß nicht, dass Alex gleichzeitig eine Beziehung zu seiner Enkelin Juliette hat. Und die wiederum weiß nicht, dass Alex ihrem Opa hilft, auf Frauenjagd zu gehen – und vor allem nicht, wie weit ihr Freund bereit ist, dafür zu gehen.

Robelin spannt in “Monsieur Pierre geht online” ein Netz aus Verwicklungen und Geheimnissen. Dass das nicht gut ausgehen kann, ist früh klar. Wie die Figuren allerdings versuchen, aus diesem Chaos halbwegs glimpflich herauszukommen, hat einiges an Unterhaltungswert.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Monsieur Pierre geht online”

(APA)

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