Modern statt Gestank: Neues Wiener Tierquartier hat eröffnet

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Tierquartier: Platz für 300 Katzen, 150 Hunde und viele Kleintiere
Tierquartier: Platz für 300 Katzen, 150 Hunde und viele Kleintiere
Noch herrscht im neuen Wiener Tierquartier ein bisschen Ruhe vor dem Sturm: Bei der Eröffnung am Mittwoch waren die meisten Boxen noch leer, nur vereinzelt sind bereits die ersten Vierbeiner eingezogen. Das soll sich jedoch bald ändern: Denn grundsätzlich ist auf fast 10.000 Quadratmetern Platz für bis zu 150 Hunde, 300 Katzen und Hunderte Kleintiere wie Hasen oder Meerschweinchen.


Auch im Vollbetrieb soll das neue Tierheim in der Donaustadt ruhig, sauber und vor allem geruchsfrei bleiben. “In Österreich haben Tierschutzhäuser immer ein bisschen einen negativen Beigeschmack. Wir wollten das anders machen und ein modernes statt grindiges und stinkertes Haus bauen”, erklärte Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Eröffnung im Interview mit der APA.

Daher setzte man beim Bau etwa auf “Feinsteinzeug”, das keine Flüssigkeiten durchlässt – auch das Fugenmaterial ist resistent gegen Nässe und Urin. Jede Box verfügt über einen Außenbereich. Die Luft in den Gebäuden wird über Dachaggregate gefiltert, was Geruchsbildung verhindern soll. Für die Hunde gibt es zudem große Auslaufbereiche. Geheizt und gekühlt wird mit der Energie der nahe gelegenen Deponie Rautenweg.

Anders funktioniert hier auch die Vergabe der Tiere – für das Know-how ist Sima durch ganz England getourt. Denn um die Tiere – vor allem die Hunde – möglichst wenig zu stressen, findet die Vorauswahl nun per Laptop statt. Jeder Hund wird in ein Ampelsystem eingeordnet, das etwa erkennen lässt, ob er als Familienhund oder als Co-Bewohner bei Katzen geeignet ist. Potenzielle neue Besitzer sehen zunächst nur ein Foto.

Erst wenn so eine Vorauswahl getroffen wurde, findet das erste persönliche Kennenlernen in eigens dafür eingerichteten Bereichen statt. Katzen und Kleintiere dürfen hingegen gleich besichtigt werden – im Gegensatz zu den Hunden braucht man für einen Besuch hier auch keinen Termin. Die Vermittlung startet mit 10. März, den ersten Blick können Interessierte auf das neue Gebäude aber schon an den Tagen der Offenen Tür am 7. und 8. März werfen.

Mitnehmen geht, bringen nicht: Im neuen Haus dürfen keine Tiere abgegeben werden. Es werden nur Tiere Unterschlupf finden, um die sich die Stadt per Gesetz kümmern muss. Also etwa entlaufene, abgenommene oder ausgesetzte Vierbeiner. Auch deshalb habe man sich 2010 zu einem eigenen Bau entschlossen, berichtete Sima: “Die Stadt muss ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen und ich hatte keine Lust, irgendwann mit hundert Katzen im Rathaus zu sitzen, falls unsere Partner sie nicht aufnehmen können.”

Das rund 15 Millionen Euro teure Tierquartier soll aber nicht nur Vermittlungszentrum sein, sondern – wie in England – auch zum Ausflugsziel und Begegnungsort werden. Deshalb gibt es eine Veranstaltungswiese mit Kiosk, im Frühjahr wird zudem nebenan ein neuer Park mit Klettermöglichkeiten eröffnet.

INFO: Tag der Offenen Türe, 7. und 8. März, 10 bis 18 Uhr, Süßenbrunner Straße/Ecke Breitenleer Straße, 1220 Wien,

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