MindGamers – Trailer und Kritik zum Film

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MindGamers – Trailer und Kritik zum Film
Ein österreichischer Actionthriller mit der Optik eines veritablen Hollywoodfilms – und der etwas bemühten Coolness einer Vorabend-Sci-Fi-Serie: Die Red-Bull-Tochter Terra Mater Film Studios bringt mit “MindGamers” einen Quantenthriller mit Starbesetzung von Sam Neill (“Jurassic Park”) abwärts ins Kino, der so verschiedene Welten wie Schrödingers Katze und Freerunning vereint.

Spielwiese der Mindgamers ist die Kaderschmiede “DxM Academy”, in der sich unter Führung von Jaxon Freeman (Tom Payne, “Der Medicus”) die Technikgenies der Zukunft zusammenfinden. Darunter ist auch die labile Agnes (Antonia Campbell-Hughes, bekannt als Natascha Kampusch in “3096 Tage”), die auf der Suche nach dem Beweis mehrerer Parallelrealitäten Selbstmord begeht. Für sie rückt eine geheimnisvolle Kollegin mit feuerroten Haaren nach (Maria Kreiling), die das Weltbild der Gruppe ins Wanken bringt.

MindGamers – Die Handlung

Diese will mittels Emotionskadrierung, Philosophie und Rattenexperimente die Verbindung mehrerer Gehirne zu einem Supercomputer, einer Hyperrealität bewerkstelligen. Gleichsam als Server für dieses menschliche Wi-Fi dient ein Quantencomputer, den der ebenso legendäre wie umstrittene Wissenschafter Kreutz (Neill) in seinem Besitz hat, der sich den jungen Ehrgeizling Jaxon als Schützling heranzieht. Schließlich ist Kreutz als Schlaganfallsopfer darauf angewiesen, mittels der Übertragung kognitiver Fähigkeiten via Netzwerk wieder beweglich zu werden – und hofft dabei auf den Ehrgeiz des jungen Wissenschafters. Der muss sich bald Grundfragen nach dem freien Wille versus reiner Leistung, Freundschaft versus Erfolgsstreben stellen.

Als eines der ersten fiktionalen Projekte der Terra Mater Film Studios GmbH unter Führung von Ex-“Universum”-Chef Walter Köhler wurde “MindGamers” bereits vor drei Jahren in Bukarest gedreht – und nicht zuletzt in Wien. Als Lokalmatadorin ist auch Ursula Strauss als Professorin Da’Silva in ihrer ersten englischsprachigen Rolle mit einer Frisur wie “Frankensteins Braut” mit von der Partie. Die Hauptrolle aus Wiener Sicht spielt allerdings der neue WU-Campus als hypercoole Location.

MindGamers – Die Kritik

Leider hat Regisseur Andrew Goth auch die Darsteller immer wieder bemüht cool inszeniert – was bekanntlich den exakt gegenteiligen Effekt als den gewünschten hat. Ein guter Teil der Szenen spielt sich in Zeitlupe ab, statt echten Dialogen wird meist ahnungsvoll geraunt. Besonders nah rücken einem die Figuren auf diese Weise nicht. Überdies wirkt die Inszenierung wie ein Best-of großer Vorbilder, zu dem sich Dan Browns Vatikan-Thriller ebenso wie das alte “Matrix”-Konzept gesellen, während der Bösewicht auch mal auftritt wie der Imperator aus “Star Wars”. Die Bilder von Kameramann John Pardue machen allerdings viel wieder wett, sind in ihrer Ästhetik durchaus beeindruckend und einer Großproduktion würdig.

In jedem Falle wird das gesamte Marketingtalent des Mutterkonzerns Red Bull für “MindGamers” aufgeboten. So veranstaltete der Energydrinkhersteller vor kurzem in Budapest unter dem Titel “Mission: Unlock Enoch World Finals” eine Weltmeisterschaft für Denksportler, für die das MIT und die TU Wien Aufgaben entwickelte. Und bei der Filmpremiere in New York respektive Los Angeles wurden rund 1.000 Zuschauer mittels EEG-Stirnbändern in ihren Reaktionen ausgelesen, was Neurowissenschaftern zur Auswertung und Technikern zur Visualisierung dient – gleichsam als Bild eines kollektiven menschlichen Bewusstseins.

Schließlich betonen die Macher stets, dass es sich bei “MindGamers” noch um Zukunftsmusik handelt – mit der Betonung auf noch. Zwar fehlen die Quantencomputer für diese Rechenleistungen derzeit. Und selbst dann würden vermutlich übergewichtige Wissenschafter angesichts fehlenden Muskelbaus nicht wie in “MindGamers” mit einem Male zu Freerunnern mutieren, wenn sie sich im neuronalen Netzwerk mit einem Sportler verbinden. Dennoch will man das Werk nicht als Science-Fiction im engeren Sinne verstanden wissen. “Nichts im Film ist unsere Erfindung, sondern basiert auf Fakten”, hatte Drehbuchautorin und Produzentin Joanne Reay bei der Präsentation des Projekts betont.

Schließlich haben als wissenschaftliche Berater Mitglieder aus dem Team des Wiener Experimentalphysikers Anton Zeilinger fungiert. Und so kommt einer von Österreichs bekanntesten Wissenschaftern auch zu einer Erwähnung in einem echten Sci-Fi-Thriller, wenn die Antwort eines Charakters nach den eigenen Vorbildern lautet: “Der Dalai Lama kombiniert mit Anton Zeilinger.”

>> Alle Filmstartzeiten zu “MindGamers” 

(APA)

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