Mia Madre – Trailer und Kritik zum Film

Mia Madre – Trailer und Kritik zum Film
Ein Publikumsliebling der vergangenen Viennale kommt am 20. November nun auch ins Kino: “Mia Madre” von Nanni Moretti, ein autobiografisch unterfüttertes, hoch emotionales und dabei auch immer wieder klamaukiges Werk von stiller Schönheit und existenzieller Reife. In der Hauptrolle spielt Margherita Buy eine erfolgreiche, aber mit dem Sterben ihrer Mutter völlig überforderte Regisseurin.

Die Nachricht vom nahenden Tod der Mutter Ada (Giulia Lazzarini) ereilt Margherita mitten in den Dreharbeiten zu einem politisch motivierten Sozialdrama über streikende Arbeiter in einer Fabrik.

Mia Madre – Die Geschichte

Und plötzlich verliert die erfahrene Filmemacherin die Kontrolle, beginnt zu zweifeln, an ihrem Wirken und dessen Sinn, an der Welt und ihrem bisherigen Leben. Während ihr der exzentrische Filmstar Barry (John Turturro) die Arbeit nicht gerade leichter macht, entwickelt auf privater Ebene ihr Bruder Giovanni einen notwendigen Pragmatismus.

Giovanni wird von Nanni Moretti selbst verkörpert, der zwar seine eigenen Erlebnisse während des Drehs von “Habemus Papam” in der Geschichte von Margherita spiegelt, im Film aber somit eine gewisse Außenperspektive auf die Geschehnisse einnimmt. Er wünsche sich oft, in seinem Leben mehr wie Giovanni zu agieren und weniger wie Margherita, gestand der Regisseur nach der Uraufführung von “Mia Madre” im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Wie Margherita habe er dagegen häufig das Gefühl, dass er den Dingen um sich herum nicht gewachsen sei.

Mia Madre – Die Kritik

Es sind Fragen über das Wahrnehmen von Verantwortung, über die Beziehung zur Familie und die Menschen um einen herum, die Nanni Moretti in seiner Hauptfigur reflektiert, aber auch Fragen nach der eigenen künstlerischen Vision. Wie zumeist bei dem italienischen Starregisseur, ist die Ausgestaltung dieser Fragen geprägt von tiefer Menschlichkeit und einer visuellen Einfachheit, die nicht so sehr auf große Bilder setzt, sondern eher auf eine gut getimte Dialog- und Schnittfolge.

Trotz so mancher Reverenz an Fellini oder auch Sorrentinos “La Grande Bellezza” wirkt “Mia Madre” optisch streckenweise dennoch eher wie ein Fernsehfilm, der die große Leinwand nicht zwingend braucht. Absolut kinotauglich ist dagegen die emotionale Intensität, die sich – oft an der Grenze zur Sentimentalität – langsam unter die Haut gräbt und in Cannes sogar zu achtminütigen Standing Ovations führte. John Turturros extravagante Allüren und Set-Clownereien sorgen zwischendurch glücklicherweise immer wieder für komische Auflockerungen in dem berührenden Drama.

(APA)

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