Menschenrechte für Kinder? Ja, aber nicht in Österreich!

Menschenrechte für Kinder? Ja, aber nicht in Österreich!
© APA (Symbolbild)
Fischundfleisch-Blogger Thomas Friedrichs zum Thema Menschenrechte für Kinder.

Laut einer aktuellen Studie von CRIN (Childs Rights International Network) liegt Österreich nur auf Platz 71, wenn es um die Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention, dem Zugang von Kindern zu ihren Rechten und der allgemein rechtlichen Situation von Kindern geht. Deutschland ist auch nicht viel besser und belegt den 66. Platz. Sogar Staaten wie Bangladesch oder Uganda machen es besser als wir. Traurig, aber wahr.

In der Studie wurden Experten aus 197 Ländern befragt sowie Daten aus eben diesen Ländern ausgewertet. Darunter Justizminister, UN-Botschafter, NGO-Kinderrechtsanwälte, Akademiker, Anwälte, Richter und viele mehr. Schon seit Jahren beanstandet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Kinder und Familienrechtssituation in unseren Ländern. Gerade letztes Jahr hat der Europarat die Mitgliedsstaaten der EU, in der Resolution 2079, dazu aufgefordert, die UN Kinderrechtskonvention abzusegnen, umzusetzen und die Grundprinzipien davon (unter anderem die Doppelresidenz) in ihre Gesetzbücher aufzunehmen.

Ungeachtet der desaströsen Zustände in Österreich und Deutschland, der Kritik aus Europa und den offensichtlichen Mängeln, lehnt Österreichs Frauenministerin, Gabriele Heinisch-Hosek, eine Umgangs- und Sorgerechtsreform strikt ab, auch der deutsche Justizminister Heiko Maas und Frauenministerin Manuela Schwesig sehen keinen Handlungsbedarf.

Dabei wird der Handlungsbedarf immer offensichtlicher, und es bleibt fragwürdig, wieso sich die Politik in unseren Ländern so vehement dagegen wehrt, die UN Kinderrechtskonvention nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch umzusetzen. Kinder leiden, wenn sie Eltern trennen. Und Kinder haben ein Recht darauf, beide Elternteile zu sehen – und das in gleichem Maße. Die Doppelresidenz ist ein wunderbares Modell, das viel zu wenig Einsatz findet. Ich selbst lebe nun, nach jahrelangem Kampf,  erfolgreich in der Doppelresidenz. Endlich kann ich meine Kinder angemessen betreuen, was mir zwischenzeitlich verwehrt wurde. Die Kinder haben ein Recht auf die Liebe und die Zuwendung beider Elternteile, ein Recht darauf, Mama und Papa in ihrem Leben wissen zu dürfen-  so wie auch die Eltern ein Recht darauf haben, am Leben ihrer Kinder teil zuhaben.

Thomas Friedrichs war selbst betroffen und lebt nun erfolgreich die Doppelresidenz. Dieses Modell wünscht er sich für alle Kinder.

Friedrichs bloggt auf der unabhängigen Meinungsplattform fischundfleisch.com, wo man Texte zu verschiedenen Themen verfassen kann.

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