Meidling: Bezirksvorsteher Ing. Kurt Neiger verstorben

Die Wiener SozialdemokratInnen trauern um einen ihrer profiliertesten Kommunalpolitiker der 70er bis 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Vorgestern, Mittwoch (22.), ist der langjährige Bezirksvorsteher von Meidling, Ing. Kurt Neiger, nach langer, schwerer Krankheit im 82 Lebensjahr verstorben. Neiger war von 1976 bis 1991 Meidlinger Bezirksvorsteher.

In einer gemeinsamen Würdigung der Verdienste Neigers hoben der Vorsitzende des Wiener SPÖ-Gemeinderatsklubs, Siegi Lindenmayr, und der Landesparteisekretär der SPÖ Wien, Gemeinderat Christian Deutsch, besonders seine Bürgernähe hervor. “Neiger hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung, wobei er sich intensiv für die sozial Benachteiligten einsetzte, wie insgesamt sein Handeln unerschütterlich von den humanistischen Grundwerten der Sozialdemokratie getragen gewesen ist.”, so Lindenmayr und Deutsch. Sie verwiesen zudem auf das “große Engagement Neigers im Zusammenhang mit der Verwirklichung von modernen Wohnhausanlagen wie etwa Am Schöpfwerk oder des Wohnparks Wilhelmsdorf und die Sanierung der großen Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit im Bezirk, der Schaffung der Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße sowie der Errichtung der U-Bahnlinie U 6 in Meidling. Auch der komplette Umbau der ehemaligen Wiental-Stadtbahnlinie zur U-Bahnlinie U 4 – und in diesem Zusammenhang des Verkehrsknotenpunktes Meidlinger Hauptstraße – fiel in die Amtszeit Neigers als Bezirksvorsteher. Mit der völligen Neugestaltung und Erweiterung des Wilhelsdorfer Parks sowie der Freizeit- und Grünfläche im Bereich des Bruno-Pittermann-Platzes Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat Neiger dem Anliegen der Bevölkerung nach mehr Frei- und Grünraum Rechnung getragen. Kurt Neiger hat sich große Verdienste erworben und in seinem Heimatbezirk tiefe, unauslöschbare Spuren hinterlassen. Die Wiener SozialdemokratInnen werden Kurt Neiger stets ein ehrendes Angedenken bewahren”, schlossen Lindenmayr und Deutsch ihre Würdigung.

Biographie Kurt Neiger
Kurt Neiger wurde am 1. Mai 1928 in Wien geboren. Er maturierte 1946 und studierte danach einige Semester Architektur an der Technischen Hochschule Wien. 1950 trat er in den Dienst der Stadt Wien als Fachbeamter des Technischen Dienstes. In der Folge war er in diversen Magistratsabteilungen tätig, übte u.a. die Funktion des Koordinators in der Stadtbaudirektion aus und wechselte schließlich 1969 in das Büro des damaligen Baustadtrates.

Seine politische Laufbahn begann 1949 mit dem Eintritt in den Verband sozialistischer Studenten, seit 1962 war er in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten tätig, von 1969 bis 1976 als Obmann der Fachbediensteten des Technischen Dienstes. Seit 1968 war er Mitglied des Bezirksvorstandes der SPÖ Meidling, 1976 wurde er Obmann der Bezirksorganisation. 1973 wurde er als Bezirksrat in die Bezirksvertretung des 12. Bezirkes gewählt, bald darauf, im Jahre 1976, wurde er Bezirksvorsteher von Meidling, eine Funktion, in der er durch volle 15 Jahre hindurch die Entwicklung des Bezirkes maßgeblich beeinflusste. Im Dezember 1991 erst legte er dieses Amt zurück und schied gleichzeitig aus der Bezirksvertretung aus. Er war aber weiterhin politisch tätig und als Vorsitzender der Meidlinger Freiheitskämpfer ein unermüdlicher Mahner gegen den Faschismus und für die Demokratie.

Für seine Verdienste um Wien wurde Neiger mit dem Silbernen sowie dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien ausgezeichnet. Die SPÖ ehrte ihn mit der Viktor-Adler-Plakette.

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