Mehr Arbeitslose in Wien: Großteil auch wegen Flüchtlingen

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Anstieg der März-Arbeitslosenzahlen zum Großteil wegen Flüchtlingen
Anstieg der März-Arbeitslosenzahlen zum Großteil wegen Flüchtlingen - © APA (Sujet)
30.949 Wiener waren im März als arbeitslos vorgemerkt – ein Plus von 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Im ganzen Land stiegen die Arbeitslosenzahlen, zum Großteil auch wegen Flüchtlingen.

Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg markant um 18,5 Prozent auf 29.213 Personen. In Summe verbuchte die Bundeshauptstadt somit einen Anstieg von 6,9 Prozent bei Menschen ohne Job. Das sei der geringste Zuwachs seit März 2012, informierte das Wiener Arbeitsmarktservice am Freitag per Aussendung.

Immer mehr Arbeitslose

Eine Trendwende sei das aber trotzdem noch nicht, zeigte sich AMS-Wien-Chefin Petra Draxl realistisch: “Die Arbeitslosigkeit in Wien wird noch eine Weile ansteigen.” Derzeit beträgt die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt 14,0 Prozent – ein Anstieg von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum März des Vorjahres.

Arbeitslose und Schulungsteilnehmer Ende MŠrz 2011-2016 - SŠulengrafik; Zahlen im Detail und VerŠnderung nach BundeslŠndern; GRAFIK 0358-16, 88 x 124 mm

Nach Branchen waren zuletzt vor allem der Einzelhandel (+10,3 Prozent) sowie die Hotellerie und Gastronomie (+6,4 Prozent) betroffen. Im Bau ist die Arbeitslosigkeit indes um 3,6 Prozent gesunken. Während die Zahl der Jobsuchenden bei den Über-50-Jährigen um 5,7 Prozent nach oben gegangen ist, war sie bei den Unter-20-Jährigen minimal rückläufig – um 0,2 Prozent.

Erfreuliches wies die Statistik bei den offenen Stellen aus. Im März wurden 5.354 gemeldet, ein Plus von 13,7 Prozent gegenüber März 2015.

Zahlen zum Großteil wegen Flüchtlingen

Seit einiger Zeit kommen die Flüchtlinge immer stärker in der Arbeitslosenstatistik an. Rund drei Viertel des Anstiegs der Personen ohne Job entfiel im März in Österreich auf anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte. Zwei Drittel der joblosen Flüchtlinge sind in Wien auf Arbeitssuche.

Die Zahl der arbeitslosen Personen und Schulungsteilnehmer ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent oder 10.135 auf 438.654 Betroffene gestiegen. Von den mehr als 10.000 zusätzlichen Menschen ohne Arbeit waren 7.580 Personen als anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte beim Arbeitsmarktservice (AMS) registriert.

Gemeldete Flüchtlinge

Insgesamt waren im März 18.498 Asylberechtige und 4.176 subsidiär Schutzberechtige beim AMS arbeitslos gemeldet oder in Schulungen, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von den 22.674 Personen waren 7.946 aus Syrien, 4.860 aus Afghanistan, 3.520 aus Russland, 1.126 aus dem Iran, 1.233 aus dem Irak und 845 aus Somalia, wie das AMS auf APA-Anfrage mitteilte. Bei 1.358 Personen ist die Nationalität ungeklärt (staatenlos).

Zwei Drittel der arbeitslosen anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten waren im März in Wien beim AMS gemeldet. 15.065 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtige befanden sich in der Bundeshauptstadt; in Oberösterreich waren es 2.098, in Niederösterreich 1.887, in der Steiermark 1.357, in Tirol 656, in Salzburg 612, in Kärnten 474, in Vorarlberg 387 und im Burgenland 138.

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(APA)

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