Marilyn Manson schockt Wien: Ist das Kunst?

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Marilyn Manson schockt Wien: Ist das Kunst?
© Austria.com, Vienna Online
Er ist der Schockrocker des letzten Jahrzehntes: Marilyn Manson! Immer wenn es um skurrile, dunkle und teilweise erschreckende Überraschungen geht ist er mit von der Partie. Am Montag stattete der 41-Jährige Wien einen Besuch ab, aber nicht für ein Konzert, sondern um seine Ausstellung in der Kunsthalle vorzustellen.

“Genealogies of Pain”, auf Deutsch “Stammbaum der Schmerzen”, heißt die Ausstellung, die von 30. Juni – 25. Juli 2010 in der KUNSTHALLE wien project space gezeigt wird. Gezeigt werden 20 Aquarelle von Marilyn Manson. Drei Werke hat der Schockrocker extra nur für diese Ausstellung gemalt und zeigte sich bei der Pressekonferenz in Wien sichtlich stolz. Für ihn grenzte der Auftritt in Wien an einen Gefühlsausbruch. Die zahlreichen Journalisten konnten sich selbst überzeugen wie wichtig dem Künstler seine Ausstellung ist. “For me painting is not a hobby – it’s an equal (wie die Musik) or more important expression of mine”, so Manson. Auch von Wien und dem Flair der Stadt war die dunkle Gestalt aus Amerika angetan:” Vienna is a very important city of art”.

Ist das Kunst?

Überhaupt scheint sich im Leben des Rockers gerade alles ums Malen zu drehen. Wenn es ein neues Album gibt, dann natürlich nur in Zusammenhang mit seiner Kunst. Die Betonung liegt auf “seiner” Kunst, denn für viele wird die Mischung aus Schmerz, Verlust und Verzweiflung befremdlich wirken. Sein Interesse konzentriert sich auf die Analyse von Körperextremitäten gleichermaßen wie -kavitäten, also genau jener besonders sensiblen Teile des Körpers wie Mund, Fingerspitzen, Augen oder Genitalien, deren Verletzung Urängste in uns weckt.

Trubel um Manson

Auch einige Ängste dürften sich in Manson geregt haben, als sich die Journalisten förmlich um den scheuen Superstar geprügelt haben. Eine Stunde ließ Manson auf sich warten und wurde dafür mit Gedränge und Geschupse bestraft. Prompt versteckte sich der Rocker in einem Kammerl und wollte erst nach Räumung des Ganges auf die Bühne treten.

David Lynch als Basis

Als Gegenstück und historischer Bezugspunkt zu Mansons Gemälden ist der Regisseur David Lynch mit Kurzfilmen in der Ausstellung vertreten. Wie die Werktitel seiner Arbeiten andeuten - „Six Men Getting Sick“ (1967), „The Grandmother“ (1970) und „The Amputee“ (1973), geht es auch Lynch um die Reflexion über und die Ästhetisierung von Schmerz, sowie die Deformation und Vergänglichkeit des menschlichen Körpers. „Draußen regnete es Katzen und bellende Hunde. Wie ein Spross kollektiver Humanität, der gerade aus dem Ei gebrochen war, kam Marilyn Manson hineingeschlendert“ verkündet David Lynch in der Einleitung zu Mansons Biographie von 2000, und gibt so treffend die Stimmung wieder, die wir in dieser Ausstellung erwarten können.

Hard Facts:
Marilyn Manson und David Lynch
Genealogies of Pain
KUNSTHALLE wien project space,
30. Juni – 25. Juli 2010
Der Eintrittspreis von € 2 kommt der Aktion “Hunger auf Kunst & Kultur” zu gute.

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