Mahnmal Übergabe “369 Wochen”: “Niemals vergessen ist Pflicht”

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Werner Fayman (SPÖ) bei der Mahnmal Übergabe
Werner Fayman (SPÖ) bei der Mahnmal Übergabe - © APA
Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) mahnte am Dienstag den 21. April bei der feierlichen Übergabe des Mahnmals “369 Wochen” beim Wiener Straflandesgericht, dass es unsere Pflicht wäre, nimals zu vergessen. Das Mahnmal solle “für immer daran erinnern, dass unsere Gesellschaft nie wieder den Boden der Demokratie verlassen darf”, betonte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).

Einen “Zeugen” sieht Faymann in dem Mahnmal – angelehnt an das Zitat des Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel, dass “jeder, der heute einem Zeugen zuhört, selbst ein Zeuge werden wird”. Die Vergangenheit müsse jeden Tag aufs Neue eine Lehre sein, “deshalb dürfen wir nicht müde werden, all die demokratischen Errungenschaften, für die unsere Vorfahren gekämpft haben, zu beschützen und zu verteidigen”, sagte der Kanzler und bekräftigte: “Hass, Verhetzung und Ausgrenzung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.”

“369 Wochen” projeziert auf Gerichtsgebäude

An die Opfer der NS-Justiz zwischen 1938 und 1945 erinnert ab heute die vor dem “Grauen Haus” aufgestellte Stahlpyramide mit der – auch auf das Gerichtsgebäude projizierten – Aufschrift “369 Wochen”. Im “Landl” wurde im “Hinrichtungsraum” (heute eine Weihestätte) an 1.200 Menschen die Todesstrafe vollstreckt – darunter Männer und Frauen des politischen und katholischen Widerstandes, Priester, auch die bekannte Schwester Restituta sowie Opfer der Militärjustiz.

Ein Haus für Opfer, Überlebende und Hinterbliebene

“Dieses Haus ist für Opfer, Überlebende und Hinterbliebene noch heute Zeuge von schrecklichem Leid, unvorstellbaren Grausamkeiten und schlichtem Unrecht”, betonte Brandstetter. Aber es sei auch Zeitzeuge einer ständigen Entwicklung bis hin zur heutigen Strafprozessordnung, die versuche, Opferinteressen zu berücksichtigen und einen rechtsstaatlichen Prozess für Täter zu garantieren.

Zehn Zeittafeln am “Grauen Haus”

Die seit Jänner am “Grauen Haus” angebrachten zehn “Zeittafeln” – samt Broschüre – zeigten diese Entwicklung auf. Sie sind ebenso wie das Mahnmal der Versuch, “durch die Geschichte zu lernen”. Das Mahnmal als “öffentliches Bekenntnis zu unseren Werten” brauche man “gerade in Zeiten von nicht wirklich einschätzbaren Bedrohungsszenarien mitten in Europa, durch Terroristen, die unsere Demokratie und unser Verständnis von Frieden nachhaltig zu erschüttern versuchen”, konstatierte der Justizminister.

“Unermüdliches Engagement” für das Mahnmal

Er dankte der Widerstandskämpferin Käthe Sasso für ihr “unermüdliches Engagement” für das Mahnmal. Auf Sasso gehen auch Titel und Aufschrift des von der österreichischen Künstlerin Eva Schlegel entworfenen Mahnmals zurück – “369 Wochen” dauerte die Nazi-Herrschaft in Wien.

(APA/Red.)

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